Leben Willirams, Abtes von Ebersberg in Baiern.
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Mönch wurde, 1008 sich als Eremit in den Böhmerwald zurückzog,
dann in dem unglücklichen böhmischen Feldzuge von 1040 hei dem
deutschen Heere gelegentlich als wegekundiger Führer verwendet
wurde 1 ) und 1045 starb. Ebenso wissen die uns erhaltenen Geschichtsquellen
von den Weltgeistlichen, welche den Augustinern
vorausgegangen sein sollen, durchaus nichts, und dass die dritte sie
erwähnt hätte, braucht man nicht einmal anzunehmen, da die Combination,
welche ihn darauf geführt, wieder ziemlich deutlich vorliegt,
auf die ich übrigens so wenig wie auf sein allererstes Gründungsdatum
879 (um 300 Jahre zurückgerechnet von einer päpstlichen
Bestätigungsbulle des Jahres 1179=) hier näher eingehe. Er scheint
überhaupt mit Berufungen auf seine Chronographen, insbesondere
mit. jenem Gunzo von Novara, «len Otto I. 9;>1 nach Deutschland zog: Wattenbach
Gcschichtsquellen S. 162.
t) Er begleitete als solcher die Botschaft mit der Rückzugsordre, welche König
Heinrich III. nach seiner Niederlage in dem verschanzten Passe des Böhmerwaldes
an die sächsische Nordarmee sandte; dieselbe brauchte neun Tage, es kam darauf an
einen sicheren Weg mitten durch die Feinde zu finden. Der Zusammenhang der Ereignisse
wird allein aus dem Bericht beim Annalista Saxo gewonnen, der zugleich
für alle lügenhaften Übertreibungen des cechischen Geschichtschreibers Cosmas
die winzigen realen Grundlagen enthält. Die andern haben nur oberflächliche oder
teilweise Kunde. Höchstens Herinan von Reichenau liefert, verglichen mit Cosmas,
noch einen einzelnen specielleren Zug. Aber dass der Eremit die noch im Lande
befindlichen, d. h. die Sachsen, herausgeführt habe, ist eine, auf verschiedene
Weise erklärliche Überschätzung meines Verdienstes. Günther war auch in Südbaiern
und Alemannien eine bekannte Persönlichkeit, wie schon die Anekdote der
älteren Ebersberger Chronik zeigt, die ihn mit Graf Ulrich von Ebersberg in Verbindung
bringt. Sind die vorstehenden Bemerkungen richtig, so würde die Darstellung
von Büdinger S. 360 und Giesebrecht 2, 346 f. einiger Modification bedürfen.
Auch Hirsch 2. 39, obgleich das Richtige zum Teil sehend, überschätzt
und verkennt den eigentlichen Charakter der Rolle, die Günther bei dieser Gelegenheit
spielte, und sein Herausgeber gebt S. 39 n. 4 und S. 41 n. 1 darin noch
um einen Schritt weiter zurück: die Anwesenheit Günthers beim königlichen Heere
beweist gar nichts für eine Tätigkeit bei dessen Zurückführung, und „genaue Beziehungen
zu den Böhmen“ folgen nicht aus seiner Vertrautheit mit den Wegen des
Landes, welche allein die Nachrichten der Quellen bezeugen.
8) 2 Non. April, ind. 12. Sie wird mitgeteilt in der Hist. Ebersp. Bl. 78 h —79 b , fehlt
hei Jaffe S. 783. wo übrigens eine Reihe von Bestätigungen für deutsche Klöster
vom 3.—9. April verzeichnet stehen.