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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Leben  Willirams,  Abtes  von  Ebersberg  in  Baiern.

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Mönch  wurde,  1008  sich  als  Eremit  in  den  Böhmerwald  zurückzog,
dann  in  dem  unglücklichen  böhmischen  Feldzuge  von  1040  hei  dem
deutschen  Heere  gelegentlich  als  wegekundiger  Führer  verwendet
wurde 1 )  und  1045  starb.  Ebenso  wissen  die  uns  erhaltenen  Geschichtsquellen ­
  von  den  Weltgeistlichen,  welche  den  Augustinern
vorausgegangen  sein  sollen,  durchaus  nichts,  und  dass  die  dritte  sie
erwähnt  hätte,  braucht  man  nicht  einmal  anzunehmen,  da  die  Combination,
  welche  ihn  darauf  geführt,  wieder  ziemlich  deutlich  vorliegt,
auf  die  ich  übrigens  so  wenig  wie  auf  sein  allererstes  Gründungsdatum ­
  879  (um  300  Jahre  zurückgerechnet  von  einer  päpstlichen
Bestätigungsbulle  des  Jahres  1179=)  hier  näher  eingehe.  Er  scheint
überhaupt  mit  Berufungen  auf  seine  Chronographen,  insbesondere

mit.  jenem  Gunzo  von  Novara,  «len  Otto  I.  9;>1  nach  Deutschland  zog:  Wattenbach
Gcschichtsquellen  S.  162.
t)  Er  begleitete  als  solcher  die  Botschaft  mit  der  Rückzugsordre,  welche  König
Heinrich  III.  nach  seiner  Niederlage  in  dem  verschanzten  Passe  des  Böhmerwaldes
an  die  sächsische  Nordarmee  sandte;  dieselbe  brauchte  neun  Tage,  es  kam  darauf  an
einen  sicheren  Weg  mitten  durch  die  Feinde  zu  finden.  Der  Zusammenhang  der  Ereignisse ­
  wird  allein  aus  dem  Bericht  beim  Annalista  Saxo  gewonnen,  der  zugleich
für  alle  lügenhaften  Übertreibungen  des  cechischen  Geschichtschreibers  Cosmas
die  winzigen  realen  Grundlagen  enthält.  Die  andern  haben  nur  oberflächliche  oder
teilweise  Kunde.  Höchstens  Herinan  von  Reichenau  liefert,  verglichen  mit  Cosmas,
noch  einen  einzelnen  specielleren  Zug.  Aber  dass  der  Eremit  die  noch  im  Lande
befindlichen,  d.  h.  die  Sachsen,  herausgeführt  habe,  ist  eine,  auf  verschiedene
Weise  erklärliche  Überschätzung  meines  Verdienstes.  Günther  war  auch  in  Südbaiern
  und  Alemannien  eine  bekannte  Persönlichkeit,  wie  schon  die  Anekdote  der
älteren  Ebersberger  Chronik  zeigt,  die  ihn  mit  Graf  Ulrich  von  Ebersberg  in  Verbindung ­
  bringt.  Sind  die  vorstehenden  Bemerkungen  richtig,  so  würde  die  Darstellung ­
  von  Büdinger  S.  360  und  Giesebrecht  2,  346  f.  einiger  Modification  bedürfen. ­
  Auch  Hirsch  2.  39,  obgleich  das  Richtige  zum  Teil  sehend,  überschätzt
und  verkennt  den  eigentlichen  Charakter  der  Rolle,  die  Günther  bei  dieser  Gelegenheit ­
  spielte,  und  sein  Herausgeber  gebt  S.  39  n.  4  und  S.  41  n.  1  darin  noch
um  einen  Schritt  weiter  zurück:  die  Anwesenheit  Günthers  beim  königlichen  Heere
beweist  gar  nichts  für  eine  Tätigkeit  bei  dessen  Zurückführung,  und  „genaue  Beziehungen ­
  zu  den  Böhmen“  folgen  nicht  aus  seiner  Vertrautheit  mit  den  Wegen  des
Landes,  welche  allein  die  Nachrichten  der  Quellen  bezeugen.
8)  2  Non.  April,  ind.  12.  Sie  wird  mitgeteilt  in  der  Hist.  Ebersp.  Bl.  78 h —79 b ,  fehlt
hei  Jaffe  S.  783.  wo  übrigens  eine  Reihe  von  Bestätigungen  für  deutsche  Klöster
vom  3.—9.  April  verzeichnet  stehen.
            
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