Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Leben  Willirams  Abtes  von  Ebersberg  in  Baiern.

199

Karls  des  Grossen  und  der  Grafen  von  Semt  (Ebersberg)  entbehre
alles  selbständigen  Wertes,  von  dem  Katalog  der  Ebersberger  Abte
habe  derselbe  Gewold  (bei  Hund  Metropolis  Salisburgensis)  bereits
Gebrauch  gemacht.  Es  erhellt  nicht  mit  Sicherheit  aus  diesen  Worten,
ob  das  von  Gewold  edierte  Verzeichnis  mit  dem  unseres  Codex  identisch ­
  sei,  oder  ob  sich  nur  Benutzung  des  letzteren  in  dem  ersteren
bemerken  lasse.  Wäre  jenes  der  Fall  und  die  ganze  Sammlung  von
einer  oder  von  gleichzeitigen  Händen  geschrieben,  so  müsste  sie  von
den  Jesuiten,  mit  deren  von  1595  datierender  Einführungsbulle  in
Ebersberg  der  Gewoldsche  Katalog  scldiesst,  und  zwar,  wie  sieb
sogleich  zeigen  wird,  erst  im  17.  Jahrhundert  angelegt  worden  sein.
Denn  die  Publication  Gewolds  gab  sich  mir  als  ein  Auszug  einer  handschriftlichen, ­
  im  Besitze  des  Ebersberger  Pfarrarchivs  befindlichen
Historia  Eberspergensis  zu  erkennen,  welche  ich  durch  die  Güte  des
Hrn.  J.  Schwab  in  Ebersberg  bequem  hier  in  Wien  benutzen  konnte  ').
Verschiedene  Hände  haben  daran  geschrieben,  von  der  ersten  rührt
das  erste  Buch  her,  das  die  Geschichte  der  Ebersberger  Grafen  abhandelt, ­
  das  zweite,  worin  die  eigentliche  Klostergeschichte  bis  1298,  und
21  Capitel  des  dritten,  worin  dieselbe  bis  1504  erzählt  wird.  Der  Verfasser ­
  aber,  der  zugleich  der  Schreiber  war,  wie  einmal  (p.  89 1 ’)  mit
Bestimmtheit  erhellt,  begann  sein  Werk  oder  brachte  wenigstens  die
p.  49  im  Jahre  1600  zu  Papier:  ad  annum  MDC  usque,  liest  man  da,
quo  haec  scribimus.  Den  Anfang  von  Cap.  9  des  ersten  Buches  zieht
Georg  Stengel  in  einem  Briefe  vom  20.  Februar  1634  aus,  den  die
Bollandisten  unterm  20.  Januar  mitteilen.  Später  macht  Adlzreitter
in  seinen  baierisehen  Annalen  gelegentlich  davon  Gebrauch.  Was  mit
den  tabulae  Eberspergenses,  auf  die  sich  der  Historiker  Brunner
beruft,  speciell  gemeint  sei,  wüsste  ich  nicht  bestimmt  anzugeben.
Wenn  jene  Abtreihe  bei  Gewold  und  eine  Mitteilung  Welsers
an  Frelier  bisher  die  Zeugen  waren,  von  denen  wir  Willirams  Todesjahr ­
  erfuhren,  so  müssen  wir  uns  jetzt  anstatt  ihrer  an  diese  Historia
halten,  welcher  ohne  Zweifel  mittelbar  oder  unmittelbar  auch  Welser
seine  Kenntniss  verdankt,  wie  aus  dem  gemeinsamen  falschen  Datum
Nonis  Maii  hervorgeht.  Dieser  Umstand  macht  die  Untersuchung
unumgänglich,  welche  Autorität  der  neuen  Quelle  beiwohne.

i)  Die  übrigen  „Ebersberger  Chroniken“  die  Panlhiiber  beschreibt  und  citiert.  waren
mir  unzugänglich.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.