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S c li e r e l*
der Seite des politischen. Dass ich für jetzt nur eine Biographie
Wiilirams beabsichtigte, keine allseitige Würdigung, daran sei es
mir schliesslich erlaubt, noch einmal ausdrücklich zu erinnern. Die
Schwierigkeiten der Aufgabe unterschätze ich nicht, und ihre Überwindung
kann nur mangelhaft ausgefallen sein: es ist wie das Tasten
eines Blinden, wenn wir uns in Charaktere jener Zeit hineinzufühlen
suchen.
Die Ebersberger Geschicbtsquellen.
Das Münchener Archiv bewahrt eine Pergamenthandschrift,
deren Inhalt so ziemlich Alles umfasst, was uns über die ältere Geschichte
von Ebersberg verlässliche Aufschlüsse gewähren kann. Ich
ahnte nicht, dass mich die Beschäftigung mit Williram irgend tiefer
in die Ebersberger Verhältnisse einzugehen zwingen würde: jetzt
habe ich oft bedauert, dass ich mich der leichten Mühe einer neuen
Vergleichung jenes Codex nicht unterzog. Alle meine Kenntniss davon
beschränkt sich auf das, was Oefele im zweiten Bande der Rerum
Boicarum Scriptores mitteilt')- Die zwei Ebersberger Chroniken
veröffentlichte er selbst, desgleichen das Necrologium, den Codex
traditionum und Libellus concambiorum (von welchen letzteren ich
unten besonders handle), zum Teil nach Abschriften, über deren
Flüchtigkeit und Unzuverlässigkeit er wiederholt Klage führt. Aus
dem Indiculus reliquiarum et vasorum sacrorum erwähnt Adam Widel
S. J. Einiges in seinem Buche: Divus Sebastianus Eberspergae Boiorum
propitius etc. Monachii 1688, das mir nicht zugänglich war.
Die von der Handschrift gegebenen Urkunden sind, wie Oefele
versichert, alle bei Hund und Gewold veröffentlicht: der Stammbaum
Seitdem war Herr Di. Wilhelm Arndt so freundlich, mir in die von ihm besorgte
Ausgabe der älteren Ebersherger Chronik hei Pertz SS. 20. 9—15 Einsicht zu
gestatten. Daraus entnehme ich . dass die von Oefele benutzte Hs. mit der im
Münchner Archive befindlichen keineswegs identisch ist: die letztere, auf Pergament
geschrieben. stammt aus dem 11. Jahrhundert- und enthält auf fünfzig
Blättern zuerst das (unten edierte) Nekrolog, dann die ältere Chronik, endlich
drittens den Codex traditionum.