Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

195

nicht  ganz  gelungen  ist,  erhebt  Küchly  folgende  unbegründete  Einwendungen: ­
  „Sed  ut  de  im'probabili  versus  modulatione  taceam,  ferri
non  posse  hic  quidem  (!)  partieulam  tot  vel  ex  ipsa  Sehoenii  interpretatione
  apparet“.
Was  den  ersten,  den  rhythmischen,  Grund  anbelangt,  so  beruht
derselbe  auf  dem  bekannten  Porson’  sehen  und  Elmsley’schen,  den
fünften  Fuss  des  iambischen  Trimeters  betreffenden  Kanon.  Hermann
erkennt  die  Porson’sche  Regel  als  eine  im  Principe  berechtigte  an,
statuiert  aber  viele  Ausnahmen  (Eiern,  doetr.  metr.  p.  113  ff.  und  an
vielen  Stellen  seines  sophokleischen  Commentars);  namentlich  soll  nach
seiner  Ansicht  bei  vorausgehender  Interpunction  eine  Abweichung  von
jener  Regel  zulässig  sein.  Ich  für  meinen  Theil  gestehe,  dass  ich
dieser  Regel,  der  zu  liebe  Elmsley  eine  Menge  von  Stellen  ändern  zu
müssen  glaubte,  gar  keinen  Einfluss  auf  die  Texteskritik  gestatten
möchte.  Gesetzt  aber  auch,  dass  die  Porson’sche  Regel  einen  rhythmischen ­
  Grund  hat,  so  wäre  dennoch  auch  von  diesem  Standpunkte
aus  Schöne’s  Conjectur  rhythmisch  tadellos,  weil  das  enklitische
rot  mit  IvtcsT  in  der  Aussprache  auf  das  engste  verschmilzt  *),  weil
somit  faktisch  dieser  Vers  sich  nicht  von  jenen  zahllosen  Versen
unterscheidet,  in  welchen  dem  letzten  Fusse  ein  aus  drei  Längen
bestehendes  Wort  vorausgellt.
Das  sprachliche  Redenken  Köchly’s  ist  so  nichtig,  dass  man  im
Gegentheil  behaupten  muss,  rot  sei  hier  sehr  angemessen  und  für
diesen  Context  wie  geschaffen.  Der  Zusammenhang  ist  folgender:
„Grosse  Verwirrung  herrscht  in  göttlichen  und  menschlichen  Dingen.
Dies  ist  eine  so  gewöhnliche  Erscheinung,  dass  man  darüber  nicht
den  Gleichmuth  zu  verlieren  braucht;  eines  aber  schmerzt  wahrlich ­
  (oder:  eines  aber  schmerzt,  sag’  ich  dir),  wenn  diese  Verwirrung ­
  die  Folge  hat,  dass“  u.  s.  w.  Daraus  sieht  man,  wie  passend
hier  rot  steht  und  wie  passend  es  unmittelbar  an  Ivnsi  sich  anlehnt.
Gegenüber  der  Gleichgiltigkeit,  mit  der  man  sonst  den  so  gewöhnlichen ­
  ra.pa.yp.0g  ansieht,  wird  durch  rot  der  Gedanke  in  lebhafter
Weise  geltend  gemacht,  dass  doch  in  einem  Falle  dieser  rapayp.og
schmerzlich  empfunden  wird.  Vgl.  Bäumlein,  Part.  S.  237  ff.,  wo  sich
unter  den  angeführten  Beispielen  eine  bedeutende  Anzahl  von  passenden ­
  Parallelstellen  findet.  Ich  wiederhole,  dass  Schöne’s  Erklärung

4 )  Vgl.  z.  B,  loa  045  a  'V  ivSad’  efyov  i'/aä’  axouaöv  y.ov,  jedrsp.
l‘A*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.