Euripideische Studien.
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ist nicht eben nothwendig. Ein solches Asyndeton findet sich gerade
hei negativen Satzgliedern oder auch Sätzen nicht selten. Konnten
die Griechen sogar oute —cd gebrauchen (z. B. Or. 41 f. oute alza
oiä oipy;; Eoefaro, av lovrp’ e&oxs ypoiri), so war oütoe — ou natürlich
noch viel zulässiger.
Durch Seidler’s Änderung wird ferner eine zweckmässige
Correspondenz mit V. 470. 471 erzielt, die Hermann hervorgehoben
hat.
Zum Schlüsse will ich noch eine Vermutliung über die Entstehung
der Corruptel 3avciv Vorbringen. Ich glaube nicht, dass sie
auf einem unfreiwilligen Irrthume beruht, sondern eine absichtliche
Änderung ist. Die Überlieferung im V. 475 ist awropiag av ilnig.
Es haben also alte Kritiker «v — locv aufgefasst und die Auslassung
von f, angenommen. Natürlich durften sie dabei den Satz ovy_ dang—
dv einig nicht in dem Sinne av (yop.ita) aaaäv) dang "Ai$r,v iy/üg
ö'vr’ aiy.z’Zerai. awnpiag d.v ilnig r, auffassen, sondern sie glaubten,
dass durch av-y die frühere negative Aussage ou-oi vapitai aa<pav als
ungiltig bezeichnet wird für den Fall, dass jemand ouriCircu, aurr,-p'txg
äv einig r, == nicht aber glaube ich, dass der nicht weise ist,
der da jammert, wenn Hoffnung auf Rettung vorhanden ist. Bei dieser
Auffassung schien in den vorausgehenden Versen erforderlich der
Gedanke „nicht halte ich für weise jenen, der sterben muss und
doch jammert“. Darum ward zravslv in Saveiv verwandelt und nun
hatte man den gewünschten Gegensatz zwischen acozvpiag dv einig
(p) und [Melluv SaveXv. Dass die Worte og dv ouna zö oeTp.cc touae-Spov
vtxäv Sely sich mit pellojv S ave Xv nicht vertragen, beachtete
man nicht, wie es auch neuere Kritiker nicht beachtet haben. Die
Worte (hg oii’ ec evög y.ccy.th avvdnrei fasste man als zu oürot vcpi^u)
— vuäv Sely gehörig auf und nahm ovy— av ilnig als parenthetische
und gelegentliche Bemerkung, was freilich hart ist, aber nicht
eben unmöglich. Auch die Ellipse von r, ist keine sprachliche Unmöglichkeit
(vgl. Krüger § 62, 1, A. 4, die letzten Beispiele); denn
auf das hyperkritische Misstrauen, welches eine Änderung der bezüglichen
Stellen verlangt, ist gar nichts zu geben. Die erwähnte Auffassung
von ovy glaubte man durch einige, freilich nicht zutreffende,
Beispiele rechtfertigen zu können; und so mochte denn alles glatt
und eben scheinen. Mail wird vielleicht diese Vermutliung über die
Auffassung alter Kritiker gewagt finden; ich halte sie wenigstens für