Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

183

ist  nicht  eben  nothwendig.  Ein  solches  Asyndeton  findet  sich  gerade
hei  negativen  Satzgliedern  oder  auch  Sätzen  nicht  selten.  Konnten
die  Griechen  sogar  oute  —cd  gebrauchen  (z.  B.  Or.  41  f.  oute  alza
oiä  oipy;;  Eoefaro,  av  lovrp’  e&oxs  ypoiri),  so  war  oütoe  —  ou  natürlich ­
  noch  viel  zulässiger.
Durch  Seidler’s  Änderung  wird  ferner  eine  zweckmässige
Correspondenz  mit  V.  470.  471  erzielt,  die  Hermann  hervorgehoben ­
  hat.
Zum  Schlüsse  will  ich  noch  eine  Vermutliung  über  die  Entstehung ­
  der  Corruptel  3avciv  Vorbringen.  Ich  glaube  nicht,  dass  sie
auf  einem  unfreiwilligen  Irrthume  beruht,  sondern  eine  absichtliche
Änderung  ist.  Die  Überlieferung  im  V.  475  ist  awropiag  av  ilnig.
Es  haben  also  alte  Kritiker  «v  —  locv  aufgefasst  und  die  Auslassung
von  f,  angenommen.  Natürlich  durften  sie  dabei  den  Satz  ovy_  dang—
dv  einig  nicht  in  dem  Sinne  av  (yop.ita)  aaaäv)  dang  "Ai$r,v  iy/üg
ö'vr’  aiy.z’Zerai.  awnpiag  d.v  ilnig  r,  auffassen,  sondern  sie  glaubten,
dass  durch  av-y  die  frühere  negative  Aussage  ou-oi  vapitai  aa<pav  als
ungiltig  bezeichnet  wird  für  den  Fall,  dass  jemand  ouriCircu,  aurr,-p'txg
  äv  einig  r,  ==  nicht  aber  glaube  ich,  dass  der  nicht  weise  ist,
der  da  jammert,  wenn  Hoffnung  auf  Rettung  vorhanden  ist.  Bei  dieser
Auffassung  schien  in  den  vorausgehenden  Versen  erforderlich  der
Gedanke  „nicht  halte  ich  für  weise  jenen,  der  sterben  muss  und
doch  jammert“.  Darum  ward  zravslv  in  Saveiv  verwandelt  und  nun
hatte  man  den  gewünschten  Gegensatz  zwischen  acozvpiag  dv  einig
(p)  und  [Melluv  SaveXv.  Dass  die  Worte  og  dv  ouna  zö  oeTp.cc  touae-Spov
  vtxäv  Sely  sich  mit  pellojv  S  ave  Xv  nicht  vertragen,  beachtete
man  nicht,  wie  es  auch  neuere  Kritiker  nicht  beachtet  haben.  Die
Worte  (hg  oii’  ec  evög  y.ccy.th  avvdnrei  fasste  man  als  zu  oürot  vcpi^u)
—  vuäv  Sely  gehörig  auf  und  nahm  ovy—  av  ilnig  als  parenthetische ­
  und  gelegentliche  Bemerkung,  was  freilich  hart  ist,  aber  nicht
eben  unmöglich.  Auch  die  Ellipse  von  r,  ist  keine  sprachliche  Unmöglichkeit ­
  (vgl.  Krüger  §  62,  1,  A.  4,  die  letzten  Beispiele);  denn
auf  das  hyperkritische  Misstrauen,  welches  eine  Änderung  der  bezüglichen ­
  Stellen  verlangt,  ist  gar  nichts  zu  geben.  Die  erwähnte  Auffassung ­
  von  ovy  glaubte  man  durch  einige,  freilich  nicht  zutreffende,
Beispiele  rechtfertigen  zu  können;  und  so  mochte  denn  alles  glatt
und  eben  scheinen.  Mail  wird  vielleicht  diese  Vermutliung  über  die
Auffassung  alter  Kritiker  gewagt  finden;  ich  halte  sie  wenigstens  für
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.