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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

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wie  «vt«v,  hat.  Ich  entscheide  mich  für  das  erstere  aus  folgenden
Gründen:
a)  Hat  hier  i~i.  wirklich  die  Bedeutung  „super“  —  und  dies  ist
unzweifelhaft,  wie  auch  Seidler,  Klotz,  Küchly  anerkennen  —  so  ist
Hermann’s  Erklärung  gewiss  zweckmässig.  Eine  lästige  Expectoration
der  Iphigeneia  wäre  ja  doch  gerade  kein  zaxöv,  das  zu  den  unvermeidlichen ­
  grossen  xay.oXg  des  Orestes  und  Pylades  hinzukäme,  es
müsste  denn  sein,  dass  Orestes  in  hyperholisch  sarkastischer  Weise
das  Bedauern  der  Iphigineia  neben  dem  furchtbaren  bevorstehenden
Unglück  als  ein  noch  immerhin  nennenswerthes  xaxov  hätte  bezeichnen
wollen.  Dieser  Hohn  wäre  hier  unnatürlich.  Man  darf  sich  nicht  darauf
berufen,  dass  Orestes  im  folgenden  mehrmals  bitter  und  selbst
höhnisch  erwidert.  An  unserer  Stelle  ist  zu  bedenken,  dass  Iphigeneia ­
  den  Orestes  an  Vater,  Mutter  und  Schwester  erinnert  hat.  Mit
Rücksicht  darauf  konnte  Orestes  das  wohlgemeinte  Bedauern  der
Iphigeneia  nicht  als  ein  lästiges  Gerede  bezeichnen.  Was  im  Munde
des  sophokleischen  Aias  und  Kreon  gegenüber  der  Tekmessa  und
Ismene  zwar  hart,  aber  doch  dem  Charakter  der  Sprechenden  angemessen ­
  ist,  wäre  hier  im  Munde  des  Orestes  unnatürlich  und
widerwärtig.  So  oft  Orestes  an  seine  Familienverhältnisse  erinnert
wird,  wird  er  von  schmerzlicher  Rührung  ergriffen,  die  ihm  nicht
gestattet,  auf  diese  Fragen  höhnisch  zu  erwidern,  während  er  es
sonst  öfter  thut;  hei  diesen  Fragen  bekundet  er  zwar  öfter  das
Streben,  sich  dem  Aufreissen  alter  Wunden  zu  entziehen,  aber  er
thut  dies  in  schmerzlicher,  nicht  in  höhnischer  Weise.
b)  Magmanin  den  folgenden  Versen  welche  Veränderung  immer
vornehmen,  das  eine  steht  fest,  dass  Orestes  den  Gedanken  ausspricht
„wir  wollen  nicht  klagen  und  so  das  einfache  Übel  durch  Hinzufügung
eines  thörichten  Benehmens  zu  einem  doppelten  machen“.  Zu  diesem
Ausspruche  musste  er  eine  Veranlassung  haben;  und  diese  liegt  eben
in  Ä'jtteic,  wenn  es  richtig  d.  i.  nach  Hermann’s  Vorgänge,  aufgefasst
wird.
Was  nun  die  folgenden  Verse  betrifft,  schliesse  ich  mich,  wie
Hermann,  Schöne,  Kirchhoff,  an  Seidler  an,  der  zraveiv  für  3aveiv
liest.  Den  Sinn  dieser  Verse  und  ihren  Zusammenhang  mit  den  zwei
ersten  Versen  hat  treffend  Schöne  bezeichnet,  von  dem  sein  Nachfolger ­
  auch  hier  zu  seinem  Nachtheile  abweicht.  Köchly  meint
nämlich,  dass  Hartung  „mit  Recht  V.  474  als  aus  einer  parallelen
            
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