178
K v { c a I :i
sehr gezwungene und durchaus unwahrscheinliche Erklärung von
sdvcci'wv hat in neuerer Zeit Schöne gegeben. Die einzig richtige und
durchaus angemessene Erklärung ist die von Hermann aufgestellte
„quieta guhernacula“. Hartung’s Vorwurf, dass diese Erklärung eine
contradictio in adjecto enthält, und seine Erklärung von aupi£6vTwv
(welche Köchly für richtig hält und wörtlich in die Ausgabe aufnimmt)
beruht offenbar auf der Verkennung der Bedeutung von aupt-£stv.
Das in seinen Angeln knarrende Steuerruder soll aupi^ovza
-Y/ö«Äc« bezeichnen! Hat jemals a-jpitsiv die Bedeutung „knarren“?
Der onomatopöische Ausdruck wpitstv bezeichnet einen pfeifenden,
zischenden Ton. Dies Verbum ist der ganz geeignete Ausdruck
zur Bezeichnung des Zischens, welches entsteht, wenn das
Wasser von einem dasselbe leicht zertheilenden schmalen Gegenstände
rasch durchschnitten wird. Dieser zischende Ton wird durch
den das Wasser schneidenden Kiel an der Spitze hervorgebracht;
denselben zischenden Ton bewirkt auch das im Wasser ruhig liegende
Steuerruder bei raschem Laufe des Schiffes. Es ist die Rede
von einem günstigen, stetigen Winde, der das Schiff in der einmal
eingeschlagenen Richtung forttreibt, so dass das Steuerruder zum
Lenken nicht in Anspruch genommen werden muss; das Steuerruder
ist daher svvaTov, und weil es ruhig ist, wird das rnpi&iv hervorgebracht.
V. 449 ff.
di Ttozvi, si aoi zäo äpeaxövzug
köMs Yj$e rs/cT, oi£cu Svoiag,
äs ö Tca.p' ripXv v6p.og ovy_ iaiag
"EW,v73t didavs ävatpalvei.
Die letzten zwei Verse haben eine grosse Zahl von theilweise
höchst gewaltsamen Erklärungen hervorgerufen (vgl. Seidler’s,
Hermann’s, Schöne’s, Klotz's, Köchly’s Bemerkung). Ich will von
den sprachlichen Gründen absehen und nur einen inneren Grund
anführen, der allen diesen Erklärungen gleiehmässig entgegensteht.
Diesen Grund hat Bergk (Rh. Mus. 18, S. 208) geltend gemacht:
„Vor Allem befremdet der Ausdruck 6 Kap' r,p.iv im Munde des
Chores, wenn man diese Worte, wie die Erklärer tliun, auf das tau-