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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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K  v  {  c  a  I  :i

sehr  gezwungene  und  durchaus  unwahrscheinliche  Erklärung  von
sdvcci'wv  hat  in  neuerer  Zeit  Schöne  gegeben.  Die  einzig  richtige  und
durchaus  angemessene  Erklärung  ist  die  von  Hermann  aufgestellte
„quieta  guhernacula“.  Hartung’s  Vorwurf,  dass  diese  Erklärung  eine
contradictio  in  adjecto  enthält,  und  seine  Erklärung  von  aupi£6vTwv
(welche  Köchly  für  richtig  hält  und  wörtlich  in  die  Ausgabe  aufnimmt) ­
  beruht  offenbar  auf  der  Verkennung  der  Bedeutung  von  aupt-£stv.
  Das  in  seinen  Angeln  knarrende  Steuerruder  soll  aupi^ovza
-Y/ö«Äc«  bezeichnen!  Hat  jemals  a-jpitsiv  die  Bedeutung  „knarren“?
Der  onomatopöische  Ausdruck  wpitstv  bezeichnet  einen  pfeifenden, ­
  zischenden  Ton.  Dies  Verbum  ist  der  ganz  geeignete  Ausdruck ­
  zur  Bezeichnung  des  Zischens,  welches  entsteht,  wenn  das
Wasser  von  einem  dasselbe  leicht  zertheilenden  schmalen  Gegenstände ­
  rasch  durchschnitten  wird.  Dieser  zischende  Ton  wird  durch
den  das  Wasser  schneidenden  Kiel  an  der  Spitze  hervorgebracht;
denselben  zischenden  Ton  bewirkt  auch  das  im  Wasser  ruhig  liegende ­
  Steuerruder  bei  raschem  Laufe  des  Schiffes.  Es  ist  die  Rede
von  einem  günstigen,  stetigen  Winde,  der  das  Schiff  in  der  einmal
eingeschlagenen  Richtung  forttreibt,  so  dass  das  Steuerruder  zum
Lenken  nicht  in  Anspruch  genommen  werden  muss;  das  Steuerruder
ist  daher  svvaTov,  und  weil  es  ruhig  ist,  wird  das  rnpi&iv  hervorgebracht. ­


V.  449  ff.
di  Ttozvi,  si  aoi  zäo  äpeaxövzug
köMs  Yj$e  rs/cT,  oi£cu  Svoiag,
äs  ö  Tca.p'  ripXv  v6p.og  ovy_  iaiag
"EW,v73t  didavs  ävatpalvei.
Die  letzten  zwei  Verse  haben  eine  grosse  Zahl  von  theilweise
höchst  gewaltsamen  Erklärungen  hervorgerufen  (vgl.  Seidler’s,
Hermann’s,  Schöne’s,  Klotz's,  Köchly’s  Bemerkung).  Ich  will  von
den  sprachlichen  Gründen  absehen  und  nur  einen  inneren  Grund
anführen,  der  allen  diesen  Erklärungen  gleiehmässig  entgegensteht.
Diesen  Grund  hat  Bergk  (Rh.  Mus.  18,  S.  208)  geltend  gemacht:
„Vor  Allem  befremdet  der  Ausdruck  6  Kap'  r,p.iv  im  Munde  des
Chores,  wenn  man  diese  Worte,  wie  die  Erklärer  tliun,  auf  das  tau-
            
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