Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

169

der  Annahme  einer  Enallage  =  nloörov  ps^dSpotg  avv  dpj.'kkcr.  av^ovrsg
  und  bemerkt  dazu:  „Ähnliches  findet  sich  überall  (!),  so  oben
V.  226  ^ecvojv  zlyyova'  (Conjectur  von  Köchly)  «tocv  ßorpoig  =  £etvovg
  napd  ßoipoTg  avv  dra.  rryyoucja,  Or.  990  MupTc'Xou  cpövov  dcxcnv
lg  oiSpa  =  MöprcAov  auv  <pöva>  öcxcnv  lg  ocöpa.  Am  nächsten  kommt
Hel.  356  avroaiSapov  zaa>  Kskdaor  ocä  acr.pv.og  dpiXkav  =  ffc'övjpov
avrrt  eau>  nsldao)  oid  aapv.ög  avv  äp.i.kkcr.“.  Mit  der  Enallage  wird
zwar  vielfach  Missbrauch  getrieben,  aber  ein  so  flagrantes  Beispiel
dieses  Missbrauches,  wie  es  diese  Erklärung  bietet,  dürfte  sich  nicht
leicht  sonst  finden.  Halten  wir  uns  an  die  letzte  Stelle,  von  der  Köchly
sagt,  dass  sie  am  nächsten  kommt;  die  Berufung  auf  die  zwei  anderen ­
  Stellen  bedarf  in  der  That  einer  Widerlegung  nicht.  Jene  Stelle
nun  lautet  im  Zusammenhänge  i;  ^twoxrovov  dicoyp.cc  koupopvrov  <?©«-•yäg
  avroaidapov  law  Tts'kdcco  ocä  aa.pv.og  apiXkav.  Wie  kann  man
nun  hier  daran  denken,  die  letzten  Worte  zu  der  Construction  acdr;-pov
  avrrj  £<ja>  nsXdaoi  dcä  aapxdg  avv  dpcl'ka  ummodeln  zu  können?
Adroaioapov  äpckXav  ist  offenbar  nichts  weiter  als  ein  mit  ^upov.rövov
dcwypcc  sinverwandter  Ausdruck,  wie  sich  solche  Häufungen,  von  denen ­
  Hermann  bei  mehreren  Gelegenheiten  mit  Recht  ungünstig  urtheilt,
bei  Euripides  nicht  selten  finden.  Um  diese  Stelle  genau  zu  verstehen,
muss  man  die  Verbindung  avroaioapog  dp.ü'ka  erklären,  nicht  aber
eine  unnatürliche  Zersetzung  vornehmen.  Die  Verbindung  ist
ähnlich  den  Verbindungen  riSpircTiog  äpüka,  y_alapyoi  äptklat,
pip.cpdpp.arog  apilla  u.  a.  "Ap.ikka  bedeutet  an  der  in  Rede  stellenden ­
  Stelle  einen  „mit  Hast  geführten  Stoss“;  und  so  wie  es  ohne
Zweifel  möglich  war,  neben  rzkrr/'h  aior,pov  auch  aioripä  irhrfh  in  der
Bedeutung  „die  durch  Eisen  bewirkte  Wunde“  (vgl.  atörjpsiog  öpvpccyöö?)
  zu  sagen,  so  ist  auch  avroaioapog  apikXa  „ein  mit  blankem
Eisen  versetzter  hastiger  Stoss.  •  Diese  einzig  richtige  Erklärung  ist
nicht  neu  :  vgl.  Const.  Matthiä,  lex.  Eurip.  s.  v.  avroaid-opog  „planum
iam  est  avroaidvpov  apiXkav  esse  meri  s.  nudi  ferri  impetum“.
Die  Bedeutung  von  avroaidvpog  (ganz  von  Eisen,  von  blankem  Eisen)
hat  derselbe  Gelehrte  erkannt  und  trefflich  begründet.
Mit  vollster  Entschiedenheit  müssen  wir  behaupten,  dass  sich
kein  analoges  Beispiel  für  jene  Enallage  finden  kann  und  dass  es,
wenn  jene  Erklärung  von  cpikönlovrov  dp.ikkav  a.viovrzg  möglich  sein
sollte,  gar  keine  Unmöglichkeit  mehr  gibt.  Sprachlich  möglich  ist  nur
die  von  Matthiä,  Schöne,  Klotz  gegebene  Erklärung.  Beispielsweise
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.