Euripideische Studien.
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hörern zugemuthet hätte, unter oiazpog etwas anderes zu verstehen.
Dazu kommt noch der Ausdruck nozo)fj.£vn. Wenn auch dies Verbum
figürlich von eiligem Laufe gebraucht wird, so lag es doch gewiss
jedem nahe, dasselbe in der eigentlichen Bedeutung von dem Fjuge
der Bremse zu verstehen.
So sicher nun aber diese Erklärung ist, so unsicher ist die
Ergänzung von V. 386, weil es hier ziemlich viele Möglichkeiten
gibt.
n) Erfurdt's Vorschlag msrcspaasv ’IoO? ist möglich, wenn eben
unter oiGzpog ’Ioü? „die die Io verfolgende Bremse“ verstanden wird.
Zwar wendet Bergk ein: „Diese Änderung genügt nicht: denn dass
die Bremse, welche lo verfolgt, über den Bosporus fliegt, ist nicht
wunderbar, sondern dass Io in ein Rind verwandelt durch die breite
und tiefe Meeresstrasse schwimmt“. Aber hei der allgemeinen Bekanntheit
des Mythos musste der Dichter durchaus nicht das „wunderbare“
ausdrücklich bezeichnen; jeder wusste ja, dass die
Bremse deshalb über den Bosporos flog, weil Io durch denselben hindurchschwamm.
b) Ebenso ist Schöne’s Ergänzung novrov möglich; nur darf
man oiazpog nicht in seinem Sinne auflassen. Es ist nicht stichhaltig,
wenn man sagt: „Man vermisst jede bestimmte Beziehung auf Io,
und dies ist gerade die Hauptsache; die Erwähnung des oiGzpog ohne
Io ist ganz bedeutungslos“. Im Gegentheil ist das Wort oiGzpog so
bedeutungsvoll, dass es vollständig genügte, wenn der Dichter nach
Erwähnung der xudvsai gvvoooi SaläGacig bloss oiazpog o 7toza>p.svog
'ApyöSzv bisKipciGsv ohne ausdrückliche Erwähnung der Io setzte.
Ebenso ist möglich
c) KirchhofT’s und
d) Bergk's Conjectur.
Freilich gestehe ich, dass mir wenigstens Bergk’s Vorschlag am
meisten zusagt, weil ich es wahrscheinlich finde, dass Euripides, wie
er es sonst liebt, auch hier etymologisierte. Und in diesem Falle ist
die Annahme jjsehr natürlich, dass er nicht bloss auf den zweiten
Theil des Wortes Boortopog mit ötsirepaasv, sondern auch auf den
ersten Theil desselben hindeutete. Diese Hindeutung musste nicht so
genau sein, dass er gerade den Ausdruck ßoOg hätte gebrauchen
müssen; es war auch das synonyme nöpziv hinreichend. Vgl. z. B.
V. 32, wo bei der Deutung von Säag auch das Wort Soög nicht aus-