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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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K  v  i  c  a  1  a

gen  die  causale  Auffassung  müsste  man  denselben  Grund  gelt  end  machen, ­
  wie  gegen  die  causale  Auffassung  der  Überlieferung.
Die  Einwendung,  welche  Hartung  gegen  aürot  xaXcö  g  npa£avrsg
  erhebt  und  luiclily  wiederholt,  ist  ganz  nichtig.  Hartung  sagt:
„Seidler  hat  richtig  erkannt,  dass  der  Aorist  npa^avrsg  fordert  xalüg
zu  schreiben,  indem  der  Sinn  sei,  wenn  sie  sonstens  glücklich
waren.  Aber  das  sonstens  olim  setzen  die  Erklärer  hinzu,  während
es  auch  in  den  Worten  vorhanden  sein  müsste,  und  das  aürot
nehmen  sie  mit  in  den  Kauf,  während  es  überflüssig  ist.  Es  muss
also  ferner  für  aürot'  entweder  äXXors  oder  av$ig  hergestellt  werden“ ­
  I ).  Doch  dies  „sonstens“  brauchte  nicht  hinzugefügt  zu  werden, ­
  weil  der  Gegensatz  zwischen  der  Zeitsphäre  der  Gegenwart
(duarv^sig)  und  der  Vergangenheit  (xaÄcüc  -pdcavrsg,  zumal  da  noch
aürot  dabei  steht)  die  Hinzufügung  von  nors  oder  rcäpog  oder  rö  xpiv
ganz  und  gar  überflüssig  macht.
Aber  andere  Gründe  sind  gegen  Seidler’s  xalüg  npek^avrsg  geltend ­
  zu  machen.  Die  Sentenz,  deren  Wahrheit  der  Iphigeneia  jetzt
lebhaft  vor  die  Augen  getreten  ist,  muss  unbedingt  vollkommen  auf
den  vorliegenden  Fall  passen.  Würde  das  nicht  der  Fall  sein,  so  wäre
Iphigeneia’s  emphatische  Versicherung  xat  roür’  äp  fjv  ähoSig,  yo36-p.v?v,
  ytAat  lächerlich.  Nun  würde  schon  oi  oüaru^stg,  aürot  xaXtög
npäfevrsg  in  diesem  Contexte  nicht  ganz  passend  auf  Iphigeneia
angewandt  werden  können.  Allerdings  war  Iphigeneia  früher  einmal,
als  sie  noch  im  Palaste  ihres  Vaters  weilte,  glücklich,  und  jetzt  gehört ­
  sie  zu  den  ovorw/üg.  Insoweit  wäre  alles  in  Ordnung.  Aber
<)  Diese  Vermuthung  Hartung’s  ist  höchst  unglücklich.  Es  ist  vollständig  unmöglich, ­
  was  Hartung  für  möglich  hielt,  bei  aJ$ts  von  der  Bedeutung
„vicissim“  zu  der  Bedeutung  des  Tausches  eines  früheren  mit  einem  späteren ­
  zu  gelangen.  Immer  und  ausnahmslos  hat  aöätc  (sowie  alle  anderen
synonymen  Wörter  im  Griechischen  und  in  allen  Sprachen),  wo  von  einem
Wechsel  die  Bede  ist  (wie  in  Et)öatp.ov3i  te  xao5is  oüx  sudatpovsi),  die  Bedeutung, ­
  dass  das  mit  auStc  eingeleitete  das  nachfolgende  ist.  Die
Glosse  des  Hesychios  hat  Hartung  missverstanden.  Gesetzt  auch,  dass  in
derselben  zu  interpungiren  wäre  avBig,  zraXtv,  s’£  äpxik  (es  ist  aber  vielmehr ­
  zu  schreiben  aö^tc,  reäXtv  s’£  apx??  wie  Plat.  Phaid.  108  B),  so  wäre
es  doch  sicher,  dass  Hesychios  den  Ausdruck  il;  ctpxvic  nicht  in  dem  Sinne
„von  Anfang,  sonst“  gebrauchen  konnte,  sondern  in  der  Bedeutung  „nochmals ­
  vom  Anfang“.  Man  würde  Hesychios  für  zu  einfältig  halten,  wenn
man  annähme,  dass  er  neben  die  richtige  Erklärung  trähv  die  falsche  Erklärung ­
  e’£  äp/vj?  (in  Hartung’s  Sinne)  gesetzt  hat,
            
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