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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Roesler,  Dacier  und  Romanen.

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Dacier  u  n  d  Romane  n.
Eine  geschichtliche  Studie.
Von  Dr.  E.  Robert  Roesler.
I.
Das  Volk  der  Romanen  oder  Walachen  verbreitet  sich  im  Südosten ­
  Europas  über  einen  Raum  von  mehr  als  4900  Quadratmeilen,
also  über  ein  Gebiet,  welches  dasjenige  des  Königreichs  Italien  um
einige  hundert  Meilen  hinter  sich  lässt.  Anders  stellt  es  sich,  wenn
wir  auf  die  Menge  italienischer  und  romanischer  Bevölkerung  in  ihren
Territorien  achten.  Die  Gesammtheit  der  Walachen  darf  zu  sieben
Millionen  angenommen  werden,  während  die  Population  Italiens  zweiundzwanzig ­
  Millionen  übersteigt.  Nehmen  wir  den  Durchschnitt,  so
entfallen  auf  eine  Quadratmeile  italienischen  Bodens  4300  Einwohner
romanischen  Stammes,  dagegen  auf  eine  des  walachischenGebietes
1420romänische  Einwohner.  Es  besteht  somit  das  Verhältnis  von  3  :  1,
lindes  erreicht  die  Zahl  aller  Walachen  kaum  die  des  einen  Königreiches
Neapel  von  nur  1340  Quadratmeilen.  Während  nämlich  in  Italien  mit
geringen  Ausnahmen  nur  Italiener  angesiedelt  sind,  so  wohnen  in  einem
grossen  Theile  des  walachischen  Verbreitungsbezirkes  noch  andere
Bevölkerungen,  und  helfen  mit,  ein  buntes  Völkergemisch  zu  bilden,
wie.es  der  Osten  Europas  von  jeher  kannte.  Aber  diese  Mischung  ist
nicht  überall  gleich;  es  gibt  Gebiete,  in  welchen  die  Romänen  als  eine
gedrängte,  fast  gar  nicht  unterbrochene  Masse  auftreten.  Zwei  Drittel
dieses  Volksstammes  erfüllen  die  ausgedehnten  Tieflandschaften  der
Walachei  und  Moldau  und  eigentlich  nur  auf  dem  Gebiete  des  österreichischen ­
  Staates  erblicken  wir  ihn  in  so  wirrer  Verflechtung  mit
            
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