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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

14S
lieferung  lind  gegen  meine  Bemerkung  in  folgender  Weise:  „Tnfelieissime
  profecto!  (Dies  bezieht  sieh  auf  meine  Vertheidigung  von
övop’.)  Ita  enim,  quemadmodum  hie  fit,  si  nomen  terrae  peregrinae
effertur,  non  tarn,  unde  vere  oriundi  sint,  sed  potius,  linde  se  oriundos
  esse  praedicent  hospites  aut  amhigue  aut  aperte  mendaees,  quaeritur,
  quod  absouum  esse  ab  lioc  loco  patet.  Aceedit,  quod  ipsa  locutio
  övopa.  7r,g  ab  omni  consuetudine  abhorret“.  Der  erste  Tlieil
dieser  Bemerkung  enthält  eine  unerweisbare  Behauptung.  Denn  erstlich ­
  ist  es  eine  willkürliche  Annahme,  dass  die  Worte  rivog  7ng  övop'
iyovaiv,  die  nichts  als  eine  Umschreibung  für  zivcc  Tiarpi.öa  v/ovaiv
sind  und  die  bereits  durch  KOÖuKoi  gestellte  Frage  wiederholen,  den
Sinn  von  -ivog  7fig  övoptyj.iv  sv-yovreu  haben  müssten.  Iphi—
geneia  musste  nicht  bei  der  Frage  zivog  7r,g  övop.’  tyovGiv  voraussetzen, ­
  dass  die  Fremdlinge  von  den  Tauriern  gefragt  worden  wären
zivog  777?  ovop.'  öyjzs,  sondern  sie  konnte  es  als  möglich  annehmen,
dass  die  Taurier  auf  irgend  eine  andere  Weise  zufällig  erfuhren,  aus
welchem  Lande  die  Fremdlinge  stammen  <),  oder,  um  mit  den  Worten
des  Dichters  zu  reden,  welches  Landes  Namen  sie  tragen.
Aber  auch  in  dem  Falle,  wenn  aus  Iphigeneia’s  Frage  rivog  7f,g
ovop  iyovaiv  die  Consequenz  folgte,  dass  sie  annahm,  die  Taurier
hätten  die  Fremdlinge  nach  dem  Namen  ihrer  Heimat  gefragt,  so  läge
darin  nichts,  was  „absouum  ab  hoc  loco“  wäre.  Ist  es  denn  wirklich
so  sicher,  als  Köchly  annimmt,  dass  die  Fremdlinge  auf  die  ihnen
nach  der  Heimat  gestellte  Frage  als  „aut  ambigue  aut  aperte  mendaces“
  geantwortet  hätten?  Dass  die  Fremdlinge  Hellenen  waren,
konnten  die  Hirten  sofort  wissen,  ohne  sie  erst  fragen  zu  müssen  2).
Wenn  sie  sie  also  doch  nach  dem  Namen  ihrer  Heimat  gefragt  hätten,
so  hätte  sich  diese  Frage  nur  auf  die  engere  Heimat  beziehen

Eine  solche  denkbare  Möglichkeit  wäre  z.  B.  folgende.  Wie  die  Hirten,
ohne  die  Fremdlinge  nach  ihren  Namen  zu  fragen  ,  doch  zufällig  (nämlich
aus  den  Worten  des  Orestes  Ilu/.advj,  öidopxag  r/jvds  [277J  und  riuXadv;,
SavoufiE^’  [313]  den  Namen  des  einen  von  ihnen  erfuhren,  so  hätten  sie
auf  ähnliche  Weise  auch  den  Namen  ihres  Vaterlandes  erfahren  können;
Orestes  hätte  z.  B.  ausrufen  können:  „Ich  will  mich  muthig  wehren  und
meinem  Vaterlande  Argos  keine  Schande  machen“.  Und  solcher  Möglichkeiten ­
  lassen  sieh  viele  denken.
3 )  Wirklich  weiss  dies  auch  der  Hirt,  ohne  dass  die  Fremdlinge  darnach  von
den  Tauriern  gefragt  worden  wären,  wie  aus  dem  Berichle  erhellt.
Sitzb.  (1.  phil.-hist,  CI.  LIII.  Bd.  I.  Hfl.  10
            
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