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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

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Unter  ipig  ist  hier  natürlich,  wenn  anders  alle  Begebenheiten  in
eine  chronologische  Reihe  gebracht  werden  sollen,  der  Streit  um  das
Lamm  d.  i.  des  Thyestes  Bemühung,  das  Lamm  an  sich  zu  bringen,
zu  verstehen.
In  der  Elektra  beginnt  der  Dichter,  ohne  den  Tod  des  Myrtilos
ausdrücklich  als  Urquell  der  Gräuel  zu  bezeichnen,  gleich  mit  der
Erwähnung  der  Geburt  des  goldenen  Lammes.  Thyestes  entwendete
es  heimlich  mit  Hille  der  Aerope  und  verkündete  öffentlich,  es  sei  in
seinem  Besitze;
TÖT£  OY)  TÖTE
vas  äffTpoiv'p.äve'jSaa’  oöoÖ£
ZjEijg  y.cd  (piyyog  df/dov  xrl.
Der  Zusammenhang  des  Mythos  lässt  sich  also  so  feststellen:
Myrtilos  ward  hinterlistiger  Weise  von  Pelops  umgebracht.  Diese  That
sollte  sich  an  seinen  Nachkommen  rächen.  Atreus  und  Thyestes  stritten ­
  um  die  Herrschaft.  Im  Stalle  des  Atreus  wurde  ein  goldenes  Lamm
geboren,  welchen  Umstand  dieser  für  seine  Ansprüche  geltend  machte.
Thyestes  entwendete  aber  mit  Hilfe  der  Aerope  das  Lamm.  Das  war
das  Vorspiel  der  Gräuel,  die  folgen  sollten.  Noch  bevor  diese  stattfanden, ­
  geschahen  am  Himmel  wunderbare  Zeichen.
An  unserer  Stelle  nun  wird  offenbar  derselbe  Mythos  erzählt,  da
ausdrücklich  die  Umkehr  der  Sonne  und  das  goldene  Lamm  erwähnt
wird.  Die  Schilderung  beginnt  mit  dem  Satze  [x6'/_Sog  o’  ix.
q.G’ji’..  Nach  diesem  Satze  muss  das  Eräugnis  erwähnt  worden  sein,
von  welchem  diese  Kette  der  Leiden  herrührt,  ln  der  Überlieferung
fehlt  aber  nach  diesen  Worten  jeder  Zusammenhang  und  es  sind  die
Spuren  einer  bedeutenden  Lücke  offenbar.  Es  ist  vergeblich  und  vermessen ­
  zugleich,  wenn  manche  Kritiker  mit  Hinzufügung  eines  oder
des  andern  Wortes  und  mit  Hilfe  von  Änderungen  einzelner  Wörter
die  echte  Textesgestalt  herstellen  zu  können  sich  Zutrauen.
Zunächst  fragt  es  sich,  worauf  oivvjoixjcag  ijzttomjiv  nzavoig  zu
beziehen  ist.  Manche  Kritiker  antworten:  „auf  die  Rosse  des  Sonnenwagens“ ­
  und  erinnern  dabei  an  arrspcoröv  co.iov  äpfxoc  (Or.  998).
Damit  ist  aber  diese  Frage  noch  durchaus  nicht  entschieden;  denn
dieser  Verweisung  auf  Or.  998  gegenüber  können  die,  welche  mit
Hermann  öiv.  Xkk.  nz.  auf  das  Gespann  und  den  Wagen  des  Pelops,
von  welchem  er  den  Myrtilos  herabstürzte,  beziehen,  auf  Or.  983  ff.
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