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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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K  v  i  c  a  I  a

denn  die  Bezeichnung  der  Milch  mit  dem  gewöhnlichen  Ausdrucke
würde  gegen  die  anderen  poetischen  Umschreihungen  der  einzelnen
Spenden  in  unliebsamer  Weise  abstechen.
Auch  Bergk's  Vermuthung  u>  zdnoi  yodg  psXXw  xpazfipd  rs  röv
cp^tpivwv  pcdvsiv  ya.ixg  iv  vwro!?,  ivnydg  r 1  ovpsiuv  r’  ix  (J.6ayuv
Bdv.yjju  t'  oivnpdg  loißdg  ist  nicht  annehmbar.  Es  lässt  sich  nicht
denken,  dass  Euripides  hier  das  Wasser  mit  dem  kahlen  Ausdrucke
~oydg  bezeichnet  und  zur  Bezeichnung  der  Milch  und  des  Weines
den  gemeinschaftlichen  Ausdruck  loißdg  (dies  Wort  wäre  nämlich
nach  Bergk’s  Conjectur  zu  oüpsiwv  r 1  ix  p.6oywv  zu  ergänzen)  gebraucht ­
  hat;  ausserdem  wäre  die  Verbindung  oöpsicov  ix  pizyniv  Xosßdg
  an  und  für  sich  auffallend.
Ich  würde  keinen  Anstoss  an  der  Stelle  nehmen,  auch  wenn  von
dem  Wasser  gar  keine  Erwähnung  geschähe,  wie  denn  auch  z.  B.
Or.  115  das  Wasser  nicht  ausdrücklich  erwähnt  wird,  obzwar  es
nicht  zu  bezweifeln  ist,  dass  Hermione  auch  Wasser  hei  der  Spende
anwandte.  Doch  ist,  glaube  ich,  an  unserer  Stelle  das  Wasser,  wenn
auch  nicht  ausdrücklich  genannt,  wenigstens  angedeutet  durch  ööpatveiv,
  bei  welchem  Verbum  gewiss  die  Griechen  den  Zusammenhang
mit  ööojp  deutlich  fühlten;  man  sagte  sicher  nicht  üdpaivsiv  zivd  o'tvw,
7äXaxn  und  ebenso  wenig  konnte  jemand  sagen  uopuiveiv  ofvov  in
dem  Sinne  „Wein  ausgiessen“.  Ich  stelle  mir  den  Hergang  so  vor.
Eine  von  den  Dienerinnen  trug  den  Mischkrug,  in  welchem  sich  das
Wasser  bereits  befand  und  in  welchen  die  Spenden,  welche  andere
Dienerinnen  trugen,  ausgegossen  werden  sollten.  Das  Ausgiessen  der
einzelnen  Spenden  in  den  Mischkrug  fand  statt,  während  Iphigeneia
dieselben  einzeln  nannte  oder  während  der  Pause,  die  zwischen
V.  163  und  164  auszunehmen  ist.  Ist  diese  Ansicht  richtig,  so  deutet
Iphigeneia  hei  den  Worten  rdaoe  yodg  xparrtpd  zs  auf  den  Mischkrug, ­
  in  welchem  sich  das  Wasser  bereits  befand,  die  anderen  Flüssigkeiten ­
  aber  noch  nicht.  Deshalb  konnte  sie  auch  mit  Beeilt  Oopaivsiv
  sagen,  ln  Bezug  auf  die  folgenden  Objecte  findet  natürlich  ein
Zeugrna  statt,  da  vopa.(vsiv  zu  ihnen  eigentlich  nicht  passt.
Bergk's  Einwendung  „der  Ausdruck  nnyod  ix  hat  etwas
befremdliches,  entfernt  sich  weit  von  der  Einfachheit,  die  in  diesen
und  ähnlichen  lyrischen  Partien  hei  Euripides  herrscht“  kann  man
nicht  für  begründet  halten,  ln  dieser  lyrischen  Partie  herrscht  sicher
keine  Einfachheit;  der  Ausdruck  ist  vielmehr  meist  gewählt  und  stel-
            
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