124
K v 1 c a 1 a
sichere Emendation gelten zu wollen, halte ich es doch für nothwendig,
einen Punkt hervorzuheben, der sich feststellen lässt und der
doch von manchen verkannt wird. Manche gehen nämlich, indem sie
V. 144 zu emendieren versuchen, von der Voraussetzung aus, dass
ßoäv getilgt werden muss. So schon Elmsley, so neuerdings Köchly,
der rüg oüx süpoüaov poüioag poAn-aTg vermuthet und diese Vermuthung
in den Text der Ausgabe setzt, obzwar er weiss, dass hier
„innumerabilia tentari possunt“. Es mag ßoäv manchem unbequem
sein; zur Tilgung desselben aber ist auch nicht ein Schein einer
Berechtigung vorhanden, da es nicht im allermindesten einem Glossen
ähnlich sieht, weil eben nichts da ist, wozu es ein Glossem sein
könnte. Überhaupt lässt sich kein haltbarer Grund für die Annahme
einer späteren Einschiebung von ßoäv ausfindig machen, weshalb
der Kritiker mit diesem Worte rechnen muss und nicht davon abstrahieren
darf.
Von dieser richtigen Ansicht geht Bergk aus; doch kann seine
Änderung rüg oüx eüpoüoou p.rAnäg dliipoig iAiyotg, i i (ausserhalb
des Verses) in XYjdsioig dixroim ßoäv, ai pot oupßatvouo’ ärca
schon wegen der höchst auffallenden Construction (ßoäv soll = wote
ßoäv stehen und somit von Spr t noig iyy.sip.ai abhängen) nicht angenommen
werden. Wenn Bergk ausserdem sagt, dass durch seine Conjectur
ein Zusammenhang zwischen V. 147 und 146 erzielt wird,
indem dann ai pot avpßaivova' ärca von ßoäv abhänge, während
sonst der Relativsatz abgerissen dastehe und wenn er gegen die
gewöhnliche Erklärung des al durch ort ocurat einwendet „allein so
wird dies Pronomen nur gebraucht, wenn ein verbum dicendi
oder ähnliches vorausgeht“: so ist dagegen zu bemerken, dass ja
Sprjvoig syxeipat vorausgebt, und dass von diesem Ausdrucke (£pfivoig
eyxsi[xai = SprivcH) der Relativsatz ai pot xtA. d. i. ort avrai
pot xrA. ebenso gut abhängen kann, wie von ßoäv.
Ich will, da ich schon von dieser Stelle spreche, die Vermuthung,
die mir in den Sinn gekommen ist, mittheilen, nämlich
öua^-pr/vvjrot? £>g Sprjvotg
i'yxecp.ac, zccv oüx oupouaov
poArcouaa ßoäv, aAvpoig ilsyoig.
Natürlich setze ich bei dieser Vermuthung, gegen die sich kein
sprachliches Bedenken und kein Bedenken von Seiten des Sinnes