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K v i c a I a
Ist nun üUr-jva das Femininum zu so bezeichnet dies
Wort natürlich die Artemis nur als „Jägerin“, nicht „Erfinderin der
Netze“.
Es fragt sich nun noch, oh Aütuvcc oder Awruvv« die richtige
Schreibung ist. Beide Formen sind überliefert, beide sind möglich;
man entscheidet sich aber allgemein für die letztere, die sich auch
auf einer alten Münze findet. Ich halte aber vielmehr AUruva (ü) für
richtig. Die Analogie von ßxaihvvtx, Köpivvcc u. a. ähnlichen Formen
ist hier nicht zulässig, .weil dies äolische Formen sind. Im äolischen
Dialekt wurde allerdings regelmässig vj in vv verwandelt; dagegen
haben die anderen Dialekte in diesem Falle die Metathese des
j (i) in die vorausgehende Sylbe eintreten lassen. Nun ist aber das in
Rede stehende Wort notorisch kretischen (also dorischen) Ursprungs,
wie überhaupt die Heimat des Artemiscultus Kreta und der Name
’'Aprspt? selbst kretisch zu sein scheint; es scheint demnach unstatthaft
zu sein, jenes dorische Wort nach einem äolischen Spracligesetze
zu behandeln; man wird vielmehr, wie sich die Schreibung
’Epivü? (Skt. Saranjüs; vgl. Kuhn, Ztsehft. f. vgl. Spr. I, 439 IT.) in
neuerer Zeit allgemeine Geltung verschafft hat, auch Acxrvva zu
schreiben haben.
Ich habe gesagt, dass der Name Artemis selbst kretischen Ursprungs
zu sein scheint und benutze diese Gelegenheit, um meine
Ansicht über dies Wort aufzustellen. Die ältere Form ist natürlich
''Apraptj, die, wie bezeugt wird, bei den Doriern gebräuchlich war.
Ich glaube nun, dass "Api-apt? nichts anderes ist als der zweite Theil
des kretischen Namens Bpiröpaprt? und dass Aprspts „Jungfrau“
bedeutet. Solinus (c. XVII) sagt: „Cretes Dianam religiosissime venerantur,
Britomartin generaliter nominantes, quod sermone nostro
sonat virginem dulcem“. An der Richtigkeit dieser Angabe ist nicht
zu zweifeln. Dass der erste Theil des Wortes „dulcis“ bedeutet,
wird durch Hesychios (j3piru ylvxv Kpr,-£c) bestätigt, sowie die Bedeutung,
die nach Solinus dem zweiten Theile (papng) zukommt,
ihre Bestätigung durch Steph. Byz. erhält, der (v. Tä£a) sagt, dass
die Jungfrau bei den Kretern päpva hiess. Martis erfuhr nun zunächst
bei anderen Griechen die Prothesis eines a. Die Prothesis
eines Vocals findet sich ja nicht bloss, wenn ein Wort mit mehreren
Consonanten anlautet, sondern auch nicht selten bei einfachem consonantischem
Anlaute. Curtius (Etym. II, 297) führt für die Prothe-