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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

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Jäger  (eig.  Werfer  oder  Stösser)  bezeichnete  ').  Es  hat  sieh  dies
Wort  als  Eigenname  erhalten  und  auch  als  Nomen  appellativum  im
lakonischen  Dialekte;  denn  Hesychios  sagt,  dass  die  Lakonier  oixTug
(Stösser)  für  Ixnvog  gebrauchten.  Gewiss  bedeutete  Sixrvg  auch  einmal ­
  „Netz“  zufolge  der  in  allen  Sprachen  häufigen  Erscheinung,  dass
leblose  Gegenstände,  die  als  Werkzeuge  zu  einer  Verrichtung  gebraucht ­
  werden,  als  belebte  und  selbstthätige  Urheber  dieser  Verrichtung ­
  aufgefasst  und  deshalb  durch  ein  Nomen  agentis  bezeichnet
werden:  vgl.  xpyjrrip  (eig.  der  Mischer),  ipvxT-hp  (der  Kühler)  u.  a.
Aixrvov  ist  eine  Weiterbildung  von  oixTug  wie  odxpvov  von  odxpii.
Zu  diesem  Qixrvg  nun  ist  öixruva  (oder  ötaruvva)  das  Femininum. ­
  Wir  haben  natürlich  als  ursprüngliche  Form  desselben  otxrima
(dtxruvja)  anzunehmen;  diese  Form  konnte,  je  nachdem  die  Assimilation ­
  von  vj  zu  vv  oder  die  Metathesis  des  Jod  in  die  vorausgehende
Sylbe  eintrat,  zu  dixrvwci  (vgl.  die  äolischen  Formen  Kdptvva  =  Koptvja,
  Mädchen,  ßaalXivva.  —  ßa<7i\iv)a,  <bi).£vva==<l>i).tvj«,  “Hpivva
=  ’Hp!vja)  oder  zu  ötxrüv«  (vgl.  xptvoi  =  xptvjw,  g£vvoj  =  o£uvjw  und
Aüxatva  =  Auxa-vjct,  .Ssaiya  =.3'£«-vja)  werden.  Dass  öt'xruva  oder
dtxTvvva  d.  i.  eigentlich  dtxruvia,  wirklich  von  dixrv-g  abgeleitet  ist,
dafür  bietet  eine  passende  Bestätigung  jrörvfa  d.  i.  rcorivta.  Ich  glaube
nämlich,  dass  man  bei  der  Erklärung  von  ttötvi«  von  dem  Nominalstamme ­
  ttoti  (nöai-g,  Herr,  Gemahl)  ausgehen  und  den  Ausfall  von  t
annehmen  muss,  wie  bekanntlich  p.s£oiv  aus  /xvstoiv  und  dies  wiederum
aus  [xivsicjjv  (vom  Adjectivstamme  puvu)  entstanden  ist;  vgl.  ealdus
valde  u.  a.  im  Latein.

*)  Das  Suffix  ru  (ohne  Zweifel  ist  hei  ötxru;  als  Wurzel  Six  und  als  Suffix  ru,
nicht  etwa  als  Wurzel  dixr  und  als  Suffix  u  auszunehmen)  wird  zwar
gewöhnlich  zur  Bildung  von  weiblichen  Nominell  mit  vorwiegend  abstracter
  Bedeutung  verwandt  (wie  e’Xevjrüj,  xiSapiirrüs).  Doch  finden  sich  ausser
dixru?  auch  andere  Masculina.  Zwei  (vielleicht  die  einzigen)  sind  mir  zur
Hand,  >.fXzvg  (das  freilich  erst  bei  Lykophron  vorkommt,  aber  ein  viel  höheres
Alter  beansprucht,  da  es  für  ijairüsiv  vorausgesetzt  werden  muss)  und  päpru-s
  von  smar,  mar  (also  =  der  Gedenkende,  Wissende;  vgl.  i'oTtop).
Ebenso  spärlich  finden  sich  bekanntlich  gegenüber  den  zahlreichen  meist
abstracten  Substantiven  weiblichen  Geschlechts  auf  vc-s  (wie  ßpS>-ai-(,
üo-oi-s)  männliche  mittelst  des  Suffixes  ri  abgeleitete  Nomina  agentis.  Leo
Meyer  (II,  329)  zählt  als  solche  auf  Kocng  (7ro-u-s),  p.avuj,  papnzic,  xaaic ;
Si'vnj,  «lu’vrij.
            
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