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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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K  v  i  c  a  1  a

V.  102  f.
dlXd  rcpiv  SxveTv  veojc  im
'psiiyup.ev,  ftzsp  dsüp'  hav<jTO%rjo<x[xev;
Ich  habe  (Beitr.  S.  16)  gesagt,  dass  diese  Worte  als  Fragesatz
aufzufassen  sind,  erstlich  deshalb,  weil  man  dadurch  das  zweite  Glied
der  mit  zörspa  (V.  97)  eingeleiteten  Doppelfrage  gewinnt  (vgl.  Soph.
Ai.  460  ff.)  i)  und  dann  weil  die  directe  Aufforderung  zur  Flucht  im
Munde  des  Orestes,  dessen  Charakter  der  Dichter  mit  unverkennbarer
Vorliebe  gezeichnet  hat,  unpassend  wäre.  Bergk  (a.  a.  0.  S.  592)
billigt  diese  Begründung  und  wiederholt  sie,  meint  aber,  dass  durch
blosse  Veränderung  der  Interpunction  nichts  gewonnen  wird.  Darum
schlägt  er  zwei  Änderungen  vor.  ’AXXä  soll  in  du'  r,  verwandelt  werden, ­
  was  aber  (vorausgesetzt  die  Richtigkeit  des  Fragesatzes)  vollkommen ­
  unnütliig  wäre,  da  auch  das  handschriftliche  d.W/.d  correct
wäre;  vgl.  Here.  f.  1271  dll'  "Apyog  ;  El.  375  d'AÄ 1  dg  onV
fkSu-,  Weiter  sagt  Bergk:  „Allein  auch  dies  («/,/,’  r,)  befriedigt  noch
nicht  vollkommen.  Orestes  hat  die  Gefahren  des  Unternehmens  hervorgehoben, ­
  er  hat  die  Besorgnis  ausgesprochen,  dass  alle  Versuche
unausführbar  seien;  wenn  er  nun  mit  der  Frage  schliesst:  du'  r,
f  äO'/wp-sv,  so  ist  dies  in  derThat  nicht  viel  anders  (?),  als  eine  indireete
Aufforderung  zur  Flucht.  Nur  dann  erscheint  Orestes  im  rechten
Lichte,  wenn  er  selbst  jene  Frage  beantwortet  und  zwar  in  einer  Weise,
dass  man  an  seinem  Muthe,  seiner  Ehrenhaftigkeit  nicht  zweifeln  kann“.
Aus  diesem  Grunde  glaubt  Bergk,  dass  V.  116  und  117  oorot  p.axpäv
piv  ^L&opsv  y.ün-fi  zöpov,  iy.  reppaTwv  di  väorav  dpovp.tv  jiäXiv  hieher
  gehören  und  unmittelbar  nach  V.  103  dem  Orestes  beizulegen
sind.  —  Diese  Vermuthung  sowie  ihre  Begründung  ist  scharfsinnig,
aber  sie  wäre,  abgesehen  von  der  Unwahrscheinlichkeit,  die  alle  solche ­
  Versversetzungen  haben,  unnöthig;  denn  man  brauchte  nur  anzunehmen, ­
  dass  Orestes  noch  zu  reden  fortfahren  wollte,  dass  aber
Pylades,  sobald  er  das  Wort  yeüycdpev  hörte,  nicht  länger  an  sich
halten  konnte,  sondern  sofort  die  Rede  des  Orestes  unterbrach.

')  Es  hieng  dies  zusammen  mit  der  Conjectur  zi,  die  ich  im  V.  99  für  rj
vorschlug.
            
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