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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

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K  v  i  c  a  1  a

V.  76  f.
OP.  d)X  iyx.uxXoüvr’  6<j>S<x)>[j.6v  su  momlv  yjpzcov.
co  (polßc,  /rot  p.'  «5  rf/veT  s?  äpy.vv  fiyaysg  y.z'A.
Ich  habe  (Beitr.  S.  10  und  S.  11  f.)  die  handschriftliche
Autorität  gegen  Reiske’s  Vermuthung  (die  auch  von  vielen  anderen
Gelehrten  gebilligt  worden  ist),  dass  Orestes’  Rede  mit  den  Worten
co  4>otßs  beginne,  vertheidigt  und  nachgewiesen,  dass  V.  76  nicht  dein
Pylades  beigelegt  werden  kann,  „weil  dieser  so  die  Rolle  des  Orestes
übernehmen  und  dieselbe  Aufforderung,  die  Orestes  mit  den  Worte®
6p«,  fvXdoaou  an  ihn  richtet,  jetzt  an  Orestes  ergehen  lassen  würde.
Orestes  ist  aber  hier  überall  der  Fragende,  der  Mahnende,  Pylades
der  Antwortende,  der  der  Mahnung  Nachkommende“.  Ferner  habe
ich  daselbst  dargethan,  es  sei  vollkommen  natürlich  und  begreiflich,
dass  Euripides  den  Orestes  vor  Beginn  der  mit  V.  77  anhebenden
Rede  noch  den  Vers  d)X  eynvxXoüvr’  6y.3-«Xp.dv  so  axonsiv  ^pecov
sprechen  lässt.  Dieser  Vers  ist  der  Schlussvers  der  Stichomythie,
und  nach  ihm  trat  eine  Pause  ein.  Man  kann  also  nicht  gegen  die
handschriftliche  Autorität  einwenden  „oratiouis  vis  in  precatione  co
«Pocßs  praemissis  aliis  verbis  infringitur“  (Hand);  denn  V.  76  und  77
werden  nicht  in  einem  Athem  gesprochen,  und  die  Pause,  die  nach
V.  76  eintritt,  leistet  denselben  Dienst,  als  ob  den  Worten  co  dJ&cßs
ein  von  Pylades  gesprochener  Vers  vorausginge.  Sehr  passend  hat
Klotz,  der  meine  Beweisführung  anerkennt,  hinzugefügt:  „Fortasse
etiam  aliquantisper  se  circumspiciens  recesserat  Pylades,  quem  denique
  V.  94  sqq.  rursus  appellat  Orestes“.  Gewiss  hat  sich  Pylades,
der  im  V.  76  ausgesprochenen  Ermahnung  nachkommend,  von  Orestes ­
  etwas  entfernt  und  gieng  spähend  umher,  währenst  Orestes  im
Vordergründe  stand  und  die  Anrede  an  Phoibos  hielt.  Orestes  musste
bei  dieser  seiner  Rede  Stillstehen,  er  durfte  sich  auch  nicht  nach
allen  Seiten  umsehen;  folglich  musste  es  Pylades  für  ihn  thun.  Und
was  war  nun  natürlicher,  als  dass  Orestes  ihn  dazu  aufforderte  ?  Bergk
hätte  nicht  mit  Beziehung  auf  meine  Rechtfertigung  sagen  sollen:
„Dies  ist  eine  leidige  Entschuldigung;  es  kommt  eigentlich  darauf
hinaus,  dass  Orestes  sagt:  lass  mich  jetzt  reden  und  meinen  Gefühlen
Luft  machen,  während  du  für  unsere  Sicherheit  sorgst.  Es  verstand
sich  ganz  von  seihst,  dass  Pylades,  der  sich  überall  als  der  be-
            
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