Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 53. Band, (Jahrgang 1866)

Euripideische  Studien.

105

nach  dem  Fra  ge  satze  dAA’  —  zivog  ndpetaiv  die  Zuhörer  die  folgenden ­
  Worte  slp.'  data  oifj.ovj  hätten  dahin  verstehen  müssen,  dass
Iph.  die  Dienerinnen  holen  wolle.  Denn  wie  seltsam  würde  sich  an
jene  mit  Verwunderung  ausgesprochene  Frage  der  Satz  anschliessen:
„Ich  gehe  in  meine  Wohnung“?  Das  von  Klotz  hervorgehobene
Bedenken,  dass  die  Rede  der  Iph.  „imbecilla“  wäre,  wenn  man  zivog
läse,  ist  unbegründet  auch  in  dem  Falle,  wenn  man  den  Satz  nach
tcäpeiaiv  abschliesst;  vollständig  aber  wird  es  beseitigt,  wenn  man
die  Worte  dAA’  —  Ssäg  als  einen  zusammengehörigen  Satzcomplex
auffasst,  den  man  durch  folgende  Interpunction  verdeutlichen  kann:
dAA’,  i£  xirictg  ounreo  zivog  Tidps'aiv,  dp.’  Aaut  döpiojv,  wobei  also  der
Satz  i£  —  ndpcieiv  als  ein  begründender  in  den  Satz  dAA’  dp.’  daa»
dop.oiv  eingeschoben  erscheint.  Der  Sinn  ist:  „Doch,  da  sie  aus
irgend  einem  Grunde  noch  nicht  da  sind,  so  gehe  ich  in  meine  Wohnung ­
  um  zu  warten“.  Für  diese  grammatische  Auffassung  des  Satzverhältnisses ­
  spricht  der  Umstand,  dass  im  entgegengesetzten  Falle,
wenn  man  nämlich  den  Satz  nach  nvog  ndpuaiv  abschliesst,  das
Asyndeton  ef/x’  stata  dopiwv  befremdend  wäre;  man  würde  dann  dpi
oöv  oder  etwas  ähnliches  erwarten.  Freilich  könnte  man  aber  einwenden, ­
  dass  man,  um  die  Worte  dAA’  —  Ssäg  als  zusammengehörigen
Complex  aufzufassen,  erwarten  würde  dAA’  iE  cdziag  y  dp  ovkw  zivög
TzäpsiGiv,  dp.'  dao)  oiipoiv.  Dies  wäre  allerdings  der  regelmässige
Sprachgebrauch;  aber  es  lässt  sich  nicht  läugnen,  dass  zuweilen  in
solchen  eingeschobenen  Sätzen  ydp  ausgelassen  wird.  Vgl.  Phoen.  43
f.  oßsv  (rt  zduzdg  rö>v  /.a/.üv  ps  ozl  /.iyziv;)  naig  Tzxzspa  y.ccivst,
wo  man  auch  erwarten  könnte  rt  ydp  xtA.
Die  Worte  iE  cdziag  zivog  sind  kein  matter  und  überflüssiger
Zusatz,  wie  es  bei  oberflächlicher  Betrachtung  scheinen  könnte,  sondern ­
  der  Dichter  hat  sie  absichtlich  hinzugefügt.  Wenn  Iphigeneia
sagt,  dass  die  Dienerinnen  noch  nicht  da  seien  iE  aiziag  zivög,  so
gibt  sie  eben  dadurch  ihre  Meinung  zu  erkennen,  dass  sie  wirklich
einen  Grund  für  ihr  Säumen  haben  müssen,  und  so  begreift  man,  wie
sie  sich  beschied  und  in  ihrer  Wohnung  zu  warten  entschloss.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.