Euripideische Studien.
105
nach dem Fra ge satze dAA’ — zivog ndpetaiv die Zuhörer die folgenden
Worte slp.' data oifj.ovj hätten dahin verstehen müssen, dass
Iph. die Dienerinnen holen wolle. Denn wie seltsam würde sich an
jene mit Verwunderung ausgesprochene Frage der Satz anschliessen:
„Ich gehe in meine Wohnung“? Das von Klotz hervorgehobene
Bedenken, dass die Rede der Iph. „imbecilla“ wäre, wenn man zivog
läse, ist unbegründet auch in dem Falle, wenn man den Satz nach
tcäpeiaiv abschliesst; vollständig aber wird es beseitigt, wenn man
die Worte dAA’ — Ssäg als einen zusammengehörigen Satzcomplex
auffasst, den man durch folgende Interpunction verdeutlichen kann:
dAA’, i£ xirictg ounreo zivog Tidps'aiv, dp.’ Aaut döpiojv, wobei also der
Satz i£ — ndpcieiv als ein begründender in den Satz dAA’ dp.’ daa»
dop.oiv eingeschoben erscheint. Der Sinn ist: „Doch, da sie aus
irgend einem Grunde noch nicht da sind, so gehe ich in meine Wohnung
um zu warten“. Für diese grammatische Auffassung des Satzverhältnisses
spricht der Umstand, dass im entgegengesetzten Falle,
wenn man nämlich den Satz nach nvog ndpuaiv abschliesst, das
Asyndeton ef/x’ stata dopiwv befremdend wäre; man würde dann dpi
oöv oder etwas ähnliches erwarten. Freilich könnte man aber einwenden,
dass man, um die Worte dAA’ — Ssäg als zusammengehörigen
Complex aufzufassen, erwarten würde dAA’ iE cdziag y dp ovkw zivög
TzäpsiGiv, dp.' dao) oiipoiv. Dies wäre allerdings der regelmässige
Sprachgebrauch; aber es lässt sich nicht läugnen, dass zuweilen in
solchen eingeschobenen Sätzen ydp ausgelassen wird. Vgl. Phoen. 43
f. oßsv (rt zduzdg rö>v /.a/.üv ps ozl /.iyziv;) naig Tzxzspa y.ccivst,
wo man auch erwarten könnte rt ydp xtA.
Die Worte iE cdziag zivog sind kein matter und überflüssiger
Zusatz, wie es bei oberflächlicher Betrachtung scheinen könnte, sondern
der Dichter hat sie absichtlich hinzugefügt. Wenn Iphigeneia
sagt, dass die Dienerinnen noch nicht da seien iE aiziag zivög, so
gibt sie eben dadurch ihre Meinung zu erkennen, dass sie wirklich
einen Grund für ihr Säumen haben müssen, und so begreift man, wie
sie sich beschied und in ihrer Wohnung zu warten entschloss.