Euripideische Studien.
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durchweg älter als Orestes, wodurch man denn von selbst sich veranlasst
fand, auch Pylades, dem Elektra zum Weibe gegeben wurde,
sich eher älter als jünger im Vergleiche zu Orestes zu denken. Folglich
musste Euripides durch eine ausdrückliche Äusserung das Publikum
veranlassen, sich den Pylades jünger zu denken, weil das Publikum
ohne eine solche ausdrückliche Äusserung eher das Gegentheil
angenommen und folglich sich gewundert haben würde, warum Iphigeneia
den Pylades, dessen Namen sie erfährt, nicht als Verwandten
begrüsste. Dies ist der Grund, der den Dichter bewog, diese Verse
hier einzuschieben.
Wenn es nun aber auch erklärlich ist, warum Euripides diese
Verse der Iphigeneia in den Mund gelegt bat (sie sind eben eine auf
Orientirung der Zuhörer berechnete Notiz), so muss man sie dennoch
aus den angegebenen Gründen abgeschmackt finden. Die Erwähnung
der Kinderlosigkeit des Strophios ist eben nicht innerlich motiviert;
es gilt hier, wie in vielen ähnlichen Fällen bei Euripides, der Ausspruch
„man merkt die Absicht und wird verstimmt“, da sich die
Absicht ungeschickt verräth. Euripides hätte, was er den Zuhörern
durch den Mund der Iphigeneia mittheilen wollte, auf eine gegen das
Grundgesetz innerlicher Wahrscheinlichkeit nicht verstossende Weise
mittheilen oder aber die Nennung des Pylades (277) und die darauf
bezügliche Frage der Iphigeneia (480 f.) weglasseu sollen.
In passender und der Wahrscheinlichkeit nicht widersprechender
Weise wird dieselbe Notiz V. 895 f. (Id», owe rjv rö£’ ovrog ore
TrccTrjp i'y.TSivs p.s. OP. ovx r,v • y_p6vc,y ’jdp Srpo^to? f,v äaca.g rtvä)
gegeben. Man darf daraus natürlich nicht mit Köchly schliessen,
dass V. 59 f., weil sie ihrem Inhalt nach mit 895 f. übereinstimmen,
unecht seien. Das Publikum musste schon früher einen Wink erhalten,
dass es sich den Pylades jünger als Orestes zu denken habe.
Den Grund der nochmaligen nachträglichen Hervorhebung desselben
Punktes hat man wohl darin zu erblicken, dass die gewöhnliche Ansicht
der Griechen über diesen Punkt eine andere war und dass somit
Euripides das Bedürfnis fühlte, nochmals darauf zurückzukommen.
Schliesslich muss ich noch bemerken, dass die sprachlichen
Bedenken, welche Köchly als Gründe für die Annahme anführt, dass
V. 59 f. interpolirt seien, ganz ungerechtfertigt sind. Er meint, dass
statt tp'ilovg wenigstens uuy'/svsts hätte gesagt werden müssen, wobei
er also übersah, dass y/Xo? namentlich im Plural nicht selten auch