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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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V  a  h  I  e  n

(p.szdßcang')  ist  das  der  Handlung'  unbedingt  nothwendige,  denn  die
npä£ig  ist  eine  Situation,  die  nicht  so  bleiben  kann,  wie  sie  liegt,
und  beim  Ausgang  nicht  da  stehen  darf,  wo  sie  anhol).  Die  Peripetie
dagegen,  wie  die  Erkennung,  ist  nur  eine  bestimmte  Form  dieses
Übergangs,  die  derselbe  ebenso  wohl  haben  als  entbehren  kann.
Geht  der  Übergang  ohne  diese  Vermittelung  vor  sich,  so  ist  der
Mythos  einfach,  seine  Bewegung  geht  geradlinig  ihrem  Ziele  zu.
Wird  aber  die  [Aszdßaoig  durch  Peripetie  und  Erkennung  herbeigeführt, ­
  so  stellt  der  Mythos  zwei  Bewegungen  dar,  von  denen  die  erste
zu  dem  Ziel  nicht  kommt,  dem  sie  entgegen  ging,  die  aber  beide
wie  Ringe  zur  Kette  sieh  fügen  und  sich  verflechten.
Nicht  wie  fremder  Zierrath  aufgesetzt  sollen  aber  diese  Vermittelungen ­
  sein,  sondern  beide  müssen  aus  der  Anlage  des  Mythos
hervorgehen,  damit  das  was  sie  bewirken  als  nothwendige  Folge
vorangegangener  Bedingungen  erscheint,  und  die  Ereignisse,  nach
dem  hier  nachdrücklich  von  neuem  eingeschärften  Gebot,  oi  d.XlriXa
erfolgen,  nicht  blos  psr’  aXXvita.  In  der  Peripetie  und  der  Erkennung
selbst  aber  ist  das  andere  nicht  minder  wirksame  Moment  des  Überraschenden ­
  (nrapä  rr,v  dö£xv)  gegeben,  von  dem  Aristoteles  ausging.
Folgerichtig  sehliessen  sich  die  Definitionen  der  Peripetie  und
Anagnorisis  an:  iazi  oi  nepmizua.  psv  —  avayv&piats  oi.  Peripetie
ist,  sagt  Aristoteles,  der  Umschlag  dessen,  was  man  that  oder  tliut,
in  das  Entgegengesetzte:  v?  £ig  zo  ivavrtov  rcöv  Kpv.zzop.iyw  peraßoXn,
  worin  der  Genetiv  so  gestellt  ist,  dass  er  zu  kvavzCov  so  gut,
wie  zu  p.szaßolr,  gezogen  wird,  welches  beides  dem  Gedanken  entsprechend ­
  ist.  Bei  töv  arparvopivcov,  d.  i.  zobzoyj  a  Kpdzztzai
(inpdzzzzo')  ist  nicht  an  KpdiZig  und  arpa^par«,  an  Ereigniss  oder
Situation  zu  denken,  sondern  gemeint  ist  das,  was  man  that  oder
tliut  zu  einem  bestimmten  Zweck,  das  aber  nicht  diesen  sondern  den
gerade  entgegengesetzten  zur  Folge  hat.  Der  Bote  will  durch  die
Eröffnung  über  Oedipus  Herkunft  ihn  von  einer  beklemmenden  Furcht
befreien:  allein  diese  Eröffnung  (das  sind  die  Kpv.zz6p.sva)  hatte
nicht  diesen  Erfolg,  sondern  den  entgegengesetzten,  sie  schaffte
nicht  Beruhigung,  sondern  schärfte  die  Angst,  die  sie  heben  wollte.
Und  im  Lynkeus:  das  was  Danaos  tbat,  seinen  Schwiegersohn  Lynkeus
  zum  Tode  zu  bringen,  eben  das  brachte  diesem  Rettung,  jenem
Verderben:  iy.  rcöv  K£Kpayp.ivuv  heisst  nicht  'in  Folge  der  inzwischen
(wie  unvorhergesehen)  eingetretenen  Ereignisse’,  sondern  'aus  dem
            
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