SITZUNG VOM 3. JÄNNER 1866.
Der Classe wird vorgelegt:
a) Eine Abhandlung der Herrn Dr. Clemens Borovy in Prag:
„Die Utraquisten in Böhmen“ zur Aufnahme in ihren Schriften.
b) Ein Aufsatz der Herrn Dr. C. Gustav Laube in Wien: „Über
Reste vorchristlicher Cultur in der Gegend von Teplitz in Böhmen
und ihre Verwandtschaft mit Pfahlhaufunden und ähnlichen Erscheinungen
in Deutschland“ zur Aufnahme in die Schriften der
Akademie.
Forschung und Kritik auf dem, Gebiete des deutschen Alterthums.
II.
Von dem w. M. Dr. Franz Pfeiffer.
(Vorgelegt in der Sitzung am 17. Jänner 1866.)
I. LORSCHER BIENENSEGEN.
(Mit einem Facsimile.)
Wie tief auch die Quellen althochdeutscher Dichtung verschüttet
sein mögen, völlig versiegt sind sie dennoch nicht: noch immer quillt
von Zeit zu Zeit, da und dort, aus stillverborgenem Grunde eine
Silberader lebendiger Poesie herauf, die um so mehr erfreut, je unerwarteter
sie zu Tage tritt, und die von neuem die Ahnung weckt von
der Fülle geistigen Lebens, die statt vermeintlicher Dürre in Deutschland
einst gewaltet hat.
Solcher Art ist das Gedicht, das ich den Freunden deutschen
Alterthums hier vorlege. Dasselbe reiht sich in würdiger W eise den
wichtigen Entdeckungen an, die in den letzten drei Jahrzehnten sind
gemacht worden, dem Muspilli, den Merseburger Zaubersprüchen,
dem Schlummerlied und dem Hundesegen.
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