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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

3,250)  und  im  nämlichen  Sinne  wird  in  Böhmen  'Campara’  gebraucht
(s.  Grohmann  S.  14).  In  Baiern  und  Nordböhmen  (um  Eger)  bedeutet ­
  'Zemper’,  'Semper’  Popanz,  Schreckbild,  mit  dem  man  in  den
Rauchnächten  (dem  Zwölften)  unordentliche  Kinder  schreckt,  auch
Kobold  oder  Knecht  Ruprecht,  der  kommt  und  bösen  Kindern  den
Bauch  aufscheidet  (s.  Schmeller  3,  250;  4,  202).  In  Norddeutschland
(Kuhn,  Nordd.  Sagen  S.  309)  hat  sich  noch  ein  Verbum  'Zampern’
erhalten,  womit  das  Umherziehen  und  Gabensammeln  auf  Fasnacht
benannt  wird.  Eine  Zusammenstellung  dieser  Ausdrücke  mit  Tanfana
wurde  in  Wolfs  Zeitschrift  1,  3S5  (Gött.  1853)  von  Friedr.  Woeste
versucht,  in  einem  Aufsatze,  worin  er  den  „Spuren  weiblicher  Gottheiten ­
  in  den  Überlieferungen  der  Grafschaft  Mark“  nachgieng.  Nach
Grohmann's  Ansicht  haben  aber  dieselben  mit  unserer  Göttin  nichts
zu  thun:  deren  Name  und  Andenken  war  mit  der  Zerstörung  ihres
Tempels  spurlos  aus  der  Erinnerung  des  Volkes  verschwunden,  ohne
in  Sagen,  Märchen,  Volksgebräuchen  oder  Ortsnamen  einen  Nachklang ­
  zu  hinterlassen,  und  ist  erst  im  19.  Jahrhundert,  auf  Grund  eben
jenes  Aufsatzes  von  Woeste,  durch  eine  gelehrte  Fiction  wieder  aufgetaucht ­
  (S.  18).  Wundern  darf  man  sich  bei  diesem  Hergang,  dass
der  Fälscher  nur  das  anlautende  z,  nicht  auch  das  inlautende  p  seiner
Quelle  entnommen,  und  statt  Zanfäna  nicht  lieber  Zampana  geschrieben ­
  hat.  Aber  dann  hätte  man  den  Betrug  noch  deutlicher  durchschaut ­
  und  bei  all  seiner  Unwissenheit  war  er  doch  ein  pfiffiger  Mann,
dieser  Fälscher.  In  der  That  kann  man  sich  eines  aufrichtigen
Bedauerns  nicht  erwehren,  wenn  man  so  viel  Mühe  und  Scharfsinn
auf  so  unfruchtbare  Weise  verschwenden  sieht.  Man  wird  auch  die
Zanfana  gelten  lassen  und  überhaupt  lernen  müssen,  sich  damit,  wie
mit  allem  Übrigen  und  dem  ganzen  Liede,  zurecht  zu  finden.
Auch  vom  ästhetischen  Standpuncte  wird  sich  gegen  dasselbe
nichts  Gegründetes  Vorbringen  lassen.  Uhland,  der  sich  auf  solche
Dinge  verstand,  nannte  es  ein  „poetisch-anziehendes  Stück“,  und
J.  Grimm,  dem  dichterischen  Sinn  und  Geschmack  niemand  absprechen
wird,  schrieb  darüber:  „Das  ganze  lied  klingt  an  die  noch  heute
gesungnen:  schlaf,  kindchen,  schlaf,  dein  vater  hütet  die  schaf,  deine
mutter  hütet  die  lämmerchen,  die  schwarzen  und  die  weissen,  die
will  der  wolf  beissen.  Es  ist  nur  alles  matter  geworden,  vater  und
mutter  sind  an  der  götter  stelle  getreten,  aber  die  treue  Überlieferung ­
  und  der  milde  sinn  des  heidnischen  alterthums,  wie  Sie  auch
            
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