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Pfeiffer
Diese gotli. mp haften auch altsächs. und ags., doch wird in diesen
letztem das n ausgestossen und mit verlängertem Yocal gesprochen:
haf, fif. Ein goth. Thanfana hätte ahd. zu lauten Danfana, alts.
Th(Ifann, ags. Thäfene. Nun fällt unmöglich Thanfana aus den
gothischen, Danfana aus den hochdeutschen, Thäfana aus den alts.
Quellen gegenwärtig zu deuten. Nur der reichere ags. Sprachvorrath
überliefert ein auch im spätem Englisch erloschenes pafian, gapafian,
welches goth. panfjan, ahd. denfan lauten würde und consentire,
juvare, favere aussagt. Das Subst. pdfa bedeutet fautor, adjutor,
ein entsprechendes Fern, päfene würde fautrix, adjutrix aussagen.
Tanfana wäre also der Name einer holden, günstigen, gnädigen
Göttin. — Wie aber zu fassen ist die uns nunmehr überlieferte
Gestalt Zanfana? * muss überall und nothwendig als fortgeschobne
Tenuis betrachtet werden; alle unsere heutigen * sind aus den t der
frühem Lautstufe herzuleiten, ihnen aber lässt sieh die Aspirata von
Zanfana nicht gleichstellen, da sie nicht auf gelehrtem Wege auf das
lat. Tanfana zurückzuführen sein wird, vielmehr volksmassig aus
deutschem Thanfana selbst geworden sein muss, wahrscheinlich schon
in sehr früher Zeit. Aus Greg. Turon. 5, 44 wissen wir, dass bereits
im 6. Jahrh. König Chilperich * für th einführen wollte, und die
lispelnde Aussprache des griech. 0, des altn., ags. und noch engl, th
nähert sich unmittelbar der des hd. *. So wurde auch der nord.
Name Thorgils in alamannischen Klöstern Zurgils geschrieben
(s. Gesch. der D. Sprache S. 395) und so ein * steht auch in
Zanfana für Thanfana. — Zanfana sendet morgen fette kleine
Lämmer: in dem Hain um ihren Sitz hatte die Göttin Schafe weiden,
sie ist, wie das Wort selbst ausdrückt, hold und hilfreich (comis,
favens, benigna); ihr Name gemahnt an die gleiche Bildung von
Hludana (Huldana) und Berlitana, nach altfränkischer Namensform;
im Verlauf der Zeit kürzten sie sich in Hulda und Berhta, und nicht
unmöglich wäre, dass Zanfana in späterer Überlieferung in Stempfe
(Stempe) entstellt wurde.“ Welche von diesen beiden Deutungen
oder ob überhaupt eine davon zutrifft, muss ich auf sich beruhen
lassen, nur das will ich hier hervorheben, dass Grimm schon in der
Mythologie S. 256 die in dem bekannten Gedicht (s. Gesammtabenteuer
3, 29 ff.) vorkommende Stempe mit der Tanfana in
Verbindung gebracht und das anlautende s alsProsthesis zu betrachten