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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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P  f  e  i  f  f  er

und  der  Göttin  Rheda  (Hrede)  in  unkritischer  Weise  aufgebürdet
(s.  Myth.  a.  a.  ().).  Was  Wunder,  wenn  man  dem  seine  Aussage
bestätigenden  Liede  den  Glauben  verweigert?  Negieren  ist  ja  so
leicht.  „Ostra“,  meinte  J.  Grimm  (Myth.  S.  268),  „möge  gottheit  des
strahlenden  morgens,  des  aufsteigenden  lichtes  gewesen  sein,  eine
freudige,  heilbringende  erscheinung,  deren  begriff  für  das  auferstehungsfest ­
  des  christlichen  gottes  verwandt  werden  konnte“.
Aus  unserm  Liede  erhellt  das  nicht,  aber  wichtig  ist,  dass  schon  hier
die  Ostra  in  Begleitung  von  Eiern  erscheint.  „Hier  ist  nun  der  Ursprung ­
  der  Ostereier  (Mythol.  740)  ein  heidnischer  brauch,  den  die
Christen  mit  dem  namen  ostern  behielten,  statt  dass  die  göttin  den
hindern  die  freude  bereitete,  heisst  es  nun,  der  hase  habe  sie
gelegt,  schrieb  maus  der  Maria  zu?“  Grimm.
Hera  die  Göttin  ist  mit  diesem  Namen  bloss  aus  einem  Zeugniss
des  15.  Jahrhunderts  bisher  bekannt  (s.  Myth.  232.  233),  wo  sie
vrowe  Hera  genannt  und  von  ihr  erzählt  wird,  zwischen  Weihnachten
und  dem  Erscheinungsfeste  (heil.  3  Königen)  „domina  Hera  volat
per  aera“;  das  Volk  glaube,  „illam  sibi  conferre  rerum  temporalium
abundantiam“.  Dem  steht  die  Aussage  unseres  Liedes  nicht  entgegen: ­
  „Hera  führt  auf  Herke  und  steht  als  erdengöttin  den  blumen
nahe“:  Grimm.
Merkwürdiger  als  die  vorhergehenden  Namen  und  darum  auch
heftiger  angefochten  ist  Zanfana,  über  die  unsere  Kenntniss  bisher
auf  eine  Stelle  bei  Tacitus  beschränkt  war,  der  in  s.  Annalen  1,  51
berichtet,  dass  Cäsar  auf  einem  seiner  Kriegszüge  in  Deutschland
auch  den  der  berühmten  Göttin  Tanfana  geweihten  Tempel  zerstört
habe.  Grimm  (Myth.  70)  nannte  sie  eine  in  dichtes  Dunkel  gehüllte
Gottheit:  der  Sinn  des  Wortes  und  die  nähere  Einsicht  in  die  Bedeutung ­
  ihres  Wesens  sei  uns  verschlossen.  „Nun  aber  Zanfana
(schrieb  er  mir)  seit  Tacitus  das  erste  wiederauftauchende  Zeugnis
für  die  deutsche  göttin,  deren  tempel  im  jahr  14  die  Römer  der
erde  gleich  machten,  von  der  bei  keinem  volkstamm  weiter  eine
spur  zu  finden,  die  selbst  in  der  altnordischen  verschollen  scheint!
sie  muss  dennoch  irgendwo  in  den  Überlieferungen  gehaftet  haben,
weil  dies  hinter  das  10.  Jahrh.  zurückreichende  lied  ihren  namen
nennt.  Der  arme,  für  einen  falscher  verschriene  Ligorio  kann  eine
nachher  abhanden  gekommene  inschrift,  worauf  „Tamfanse  sacrum“
sfand,  vor  äugen  gehabt  haben,  die  noch  älter  als  Tacitus  gewesen
            
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