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Pfeiffer
geringfügig, dass ich im Folgenden nur ausnahmsweise darauf Rücksicht
nehmen werde.
„Triwa“, schrieb mir Grimm, „ist göttin oder höheres wesen,
wie oft bei mild, dichtem allegorisch ver Triuwe, z. B. \wederz ist
diu frouwe? daz ist diu Triuwe: diu Gewarheit und diu Triuwe
die gedähten einer diuwe Karajan’s Sprachdenkm. 7, 17 —19]
Helbl. 7, 38. vgl. Winsb. 8, 8. in Triuwen pflege, der Triuwen
klüse, bote. Engelh. 6293. 6332. man denkt an die auch oft personificierte
Fides, z. B. N. Cap. 133 Fides, Triwa; richtiger vielleicht
wäre an valor, fortitudo zu denken.“ An einer späteren Stelle zu
V. 3 äusserst er sich weiter darüber: „Ich hätte nichts dawider,
wenn aus V. 2 Triwa liieher und Hera in 2 zu setzen wäre, der aufzeichnende
könnte beide göttinnen vertauscht haben. Die allitteration
steht nicht im wege, da alle eigennamen in diesen versen nicht in sie
fallen, mir kommt in den sinn, was Holzmann zu triuten in den
Nil), bemerkt, dass triuwan, triwian eigentlich florere, crescere,
poliere, pubescere (Graf 3, 464. 471) aussagt, woher triu, treov
der gewachsene bäum, und weil man von bäum auf baumstark, von
eiche auf eichenfest gelangt, ergibt sich für treu die bedeutung von
firmus, fortis, fidus, fidelis, Triwa wäre demnach eigentlich göttin
des wachsthums, also der bäume und blumen, der das blumenbrechen
zustelit. freilich kann’s auch die den würgenden wolf abtreibende
stärke und macht sein, was V. 2 der name meint, und wir wollen an
dem eben bekannt gewordenen liede lieber nichts umstellen.“ Letzteres
ist unbedingt auch meine Meinung. Ich betrachte die Triwa als
Sinnbild der Treue, der Macht und Stärke. Sie in dieser Eigenschaft
zur wirklichen Göttin hier erhoben zu sehen, kann nicht auffallen,
sind doch auch die Namen derHolda oder Hulda, derFolla oderFulla, der
Sippia oder Sif u. s. w. im Grunde nichts anderes als Personificationen
abstracter Begriffe (Grimm Myth. 842 f.). Übrigens erscheint, was
jeden Gedanken an „eine rein ethische Gottheit, an einen deiflcierten
Tugendbegriff“ (s. Grohmann S. 19) vollends ausschliesst, Triwa, wie
auch dieHolda, als wirklicher weiblicher Eigenname (s. Förstemann 1,
1203. 736) '). Hier tritt sie dem Kinde schützend, Unheil abwehrend
zur Seite, sie darf daher in die Reihe der auch in der altd. Religion
*) Einen goth. Mannsnamen „Triwa, praepositus eubiculi Theodorici Magni M weist
mir Stark nach aus den Excerpten des Marcellinus §. 82.