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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

geringfügig,  dass  ich  im  Folgenden  nur  ausnahmsweise  darauf  Rücksicht ­
  nehmen  werde.
„Triwa“,  schrieb  mir  Grimm,  „ist  göttin  oder  höheres  wesen,
wie  oft  bei  mild,  dichtem  allegorisch  ver  Triuwe,  z.  B.  \wederz  ist
diu  frouwe?  daz  ist  diu  Triuwe:  diu  Gewarheit  und  diu  Triuwe
die  gedähten  einer  diuwe  Karajan’s  Sprachdenkm.  7,  17  —19]
Helbl.  7,  38.  vgl.  Winsb.  8,  8.  in  Triuwen  pflege,  der  Triuwen
klüse,  bote.  Engelh.  6293.  6332.  man  denkt  an  die  auch  oft  personificierte
  Fides,  z.  B.  N.  Cap.  133  Fides,  Triwa;  richtiger  vielleicht
wäre  an  valor,  fortitudo  zu  denken.“  An  einer  späteren  Stelle  zu
V.  3  äusserst  er  sich  weiter  darüber:  „Ich  hätte  nichts  dawider,
wenn  aus  V.  2  Triwa  liieher  und  Hera  in  2  zu  setzen  wäre,  der  aufzeichnende ­
  könnte  beide  göttinnen  vertauscht  haben.  Die  allitteration
steht  nicht  im  wege,  da  alle  eigennamen  in  diesen  versen  nicht  in  sie
fallen,  mir  kommt  in  den  sinn,  was  Holzmann  zu  triuten  in  den
Nil),  bemerkt,  dass  triuwan,  triwian  eigentlich  florere,  crescere,
poliere,  pubescere  (Graf  3,  464.  471)  aussagt,  woher  triu,  treov
der  gewachsene  bäum,  und  weil  man  von  bäum  auf  baumstark,  von
eiche  auf  eichenfest  gelangt,  ergibt  sich  für  treu  die  bedeutung  von
firmus,  fortis,  fidus,  fidelis,  Triwa  wäre  demnach  eigentlich  göttin
des  wachsthums,  also  der  bäume  und  blumen,  der  das  blumenbrechen
zustelit.  freilich  kann’s  auch  die  den  würgenden  wolf  abtreibende
stärke  und  macht  sein,  was  V.  2  der  name  meint,  und  wir  wollen  an
dem  eben  bekannt  gewordenen  liede  lieber  nichts  umstellen.“  Letzteres ­
  ist  unbedingt  auch  meine  Meinung.  Ich  betrachte  die  Triwa  als
Sinnbild  der  Treue,  der  Macht  und  Stärke.  Sie  in  dieser  Eigenschaft
zur  wirklichen  Göttin  hier  erhoben  zu  sehen,  kann  nicht  auffallen,
sind  doch  auch  die  Namen  derHolda  oder  Hulda,  derFolla  oderFulla,  der
Sippia  oder  Sif  u.  s.  w.  im  Grunde  nichts  anderes  als  Personificationen
abstracter  Begriffe  (Grimm  Myth.  842  f.).  Übrigens  erscheint,  was
jeden  Gedanken  an  „eine  rein  ethische  Gottheit,  an  einen  deiflcierten
Tugendbegriff“  (s.  Grohmann  S.  19)  vollends  ausschliesst,  Triwa,  wie
auch  dieHolda,  als  wirklicher  weiblicher  Eigenname  (s.  Förstemann  1,
1203.  736)  ').  Hier  tritt  sie  dem  Kinde  schützend,  Unheil  abwehrend
zur  Seite,  sie  darf  daher  in  die  Reihe  der  auch  in  der  altd.  Religion

*)  Einen  goth.  Mannsnamen  „Triwa,  praepositus  eubiculi  Theodorici  Magni M  weist
mir  Stark  nach  aus  den  Excerpten  des  Marcellinus  §.  82.
            
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