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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

indem  «  nur  mit  reinem  s  und  die  Verbindungen  des  s  mit  w,  p,  k  (c),  t
nur  unter  sich  reimen,  d.  h.  sw  nur  mit  sw,  sc  nur  mit  sc.  So  wenigstens
im  Hildebrandslied  und  Muspilli  durchaus:  spaller:  sfenis;  seerita:
sceotanterd  ;  snäsat:  snertu;  scarpen  :  scürim:  sciltim;  stöptun:
st  aimbort;  st  ein:  ki&tentit:  st  üatago  ;  farsuuilhit:  su  ilizot.  Doch  ist
der  Umfang  dieser  Denkmäler  zu  klein,  als  dass  die  strenge  Regel
sich  vollständig  daraus  erkennen  Hesse,  und  Ausnahmen  werden  nicht
gefehlt  haben.  Jedesfalls  finden  sich  solche,  und  dies  ist  hei  der  für  unser
Denkmal  festgestellten  Heimat  von  Belang,  im  Altsächsischen,  wo  einfaches ­
  s  nicht  selten  mit  sl,  sn  und  sw  allitteriert:  sntdi:  snerdu:  serd.ru  ;
sliumo  :  selbes  :  sunies  ;  sniwe  :  sittian  u.  s.  w.  Zu  Heliand  (Rieger’s
Lesebuch)  bisiitiad  :  slidmode  28,  18;  slapan  :  sldwürig  :  segel  19,
8;  sliderö  :  surogdn  23,  7  u.  s.  w.  stellt  sich  in  der  ersten  Zeile
unseres  Liedes  slaf:  slumd:sar,  in  der  dritten  sldfes:  sunilo,  während
für  stellit:  suoziu  in  der  vierten  und  sentit:  scäf  in  der  sechsten  mir
entsprechende  Beispiele  bis  jetzt  fehlen,  ohne  dass  dadurch,  nach
meiner  Ansicht,  gegen  ihre  Möglichkeit  etwas  bewiesen  wäre.  Jedes
neu  auftaueheiule  Denkmal  lebendiger,  zumal  weltlicher  Poesie  bringt
mehr  oder  minder  reiche  Belehrung,  erweitert  den  Kreis  unserer
Kenntnisse  und  dient  häufig  dazu,  die  aus  wenigen  spärlichen  Quellen
abstrahierten  Regeln  und  Gesetze  theils  schärfer  zu  fassen,  theils  zu
beschränken  oder  gar  umzustossen.
Auf  Grund  der  vorstehenden  sprachlichen  und  metrischen  Erläuterungen ­
  lasse  ich  eine  kritische  Herstellung  des  Textes  und  zwar,
wie  sich's  gehört,  in  Langzeilen,  folgen.
1.  Töcliä,  slä'f,  slü'mö',  uueinön  sä'r  lä'ze's!
2.  Tn'uua  «we'rit  craftli'chö  themo  uu6Ifa  «mürgjänthemö.
3.  sla'fes  ünza  mörgane  männes  trü'tsünilö!
4.  O'strä  stellit  chfnde  hönacegir  suoziu,
3.  He'rä  prichit  chinde  p/üonuin  p/ä'wun  rö'tun,
6.  Zänfana  sentit  mörgane  ueiziu  scä'f  cleiniu,
7.  unta  eino'ugo  Ae'rro  Aii'rit  Aorsco  äsca  Aärtä'!
In  neuhochdeutscher  Übersetzung  würde  dies  etwa  so  lauten:
Docke,  schlaf,  schlummre!  das  Weinen  sogleich  lasse!
Triwa  wehrt  kräftig  dem  Wolfe  dem  würgenden.
Schlaf  bis  zum  Morgen  des  Mannes  Liehlingssöhnchen.
            
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