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Pfeiffer
fränkischen Mundart, aber es ist nur eines, und ihm stehen verschiedene
Laut- und Flexionserscheinungen gegenüber, die keineswegs
fränkisch, sondern baierisch sind. Dahin gehört die Lahialtenuis p in
prichit, pluomun, plobun an Stelle der mitteldeutschen Media, wie
sie durchwegs bei Otfried, Tatian und A. herrscht, dahin die neben je
zweimaligem morgane und chinde im Dat. sg. uuolfa und im Acc.
pl. der stark flectierten Adjectiva liorscä und har Id erscheinenden,
der baierischen Mundart im 9. 10. Jahrh. eigenthümlichen Flexionen
auf « («) statt e (e), s. oben S. 29 f., dahin wohl auch egir, unta.
Die Sprache unseres Denkmals stellt mithin keinen reinen, sondern
einen aus zwei verschiedenen Mundarten gemischten Dialekt dar und
es verhält sich damit ungefähr eben so, wie mit den keronischen
Glossen, dem Augsburger Gebet und der Samaritanerin, die neben
entschieden alamannischen und baierischen Lauten die Aspirata tli aufweisen:
(her, theo, thaz, tliemo, thero, thih, thü, tlünero u. s. w.
Daraus folgt die sichere Bestätigung dessen, was schon oben S. 56
ist gesagt worden, nämlich, dass das Lied nicht aus mündlicher
Überlieferung, sondern aus einer schriftlichen Vorlage aufgezeichnct
wurde; denn mit dem von Holtzmann in seiner Untersuchung über
das Hildebrandslied (Germania 9, 289) aufgestellten Satze, dass ein
Schriftstück, welches zwei Dialekte in solcher Weise mische, nicht
erste Aufzeichnung, sondern nur Abschrift sein könne, hat es seine
volle Richtigkeit. Da nun die Merkmale des baierischen Dialekts überwiegen
und der Fundort hiebei in Anschlag zu bringen ist, so wird
man mit ziemlicher Sicherheit sagen können, dass es eine in Österreich
nach fränkischer Vorlage gefertigte Abschrift ist, die uns hier
vorliegt. Als bestätigende Momente für diesen Verhalt treten noch
hinzu die beiden nieder- oder doch mitteldeutschen Verba slumün
und hüran: sie liefern uns den zwingenden Beweis, dass wir es mit
keinem oberdeutschen Denkmal hier zu thun haben, sondern dass
die Heimat des Schlummerliedes, wie J. Grimm richtig erkannt hat,
in der That in's rheinische Franken, an den Niederrhein, unfern
dem ehemaligen Tempel der Tanfana, zu setzen ist.
Über den Versbau ist nur Weniges zu bemerken, Envähneuswertli
ist im Grunde allein die Betonung des Wortes cruftliclio V. 2.,
indem hier, entgegen der sonst im Ahd. und meist auch im Mhd. bei
dreisilbigen Wörtern mit langer erster und zweiter Silbe üblichen Regel,
nur die beiden letzten Silben gehoben erscheinen: Trluua uuerit