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Pfeiffer
pltiomun] aec. pl. des schwachen Masc. pluomoplöbun]
in Bezug auf die Form das auffallendste Wort im ganzen
Liede. Doch wäre es auch hier, statt sofort über Fälschung zu
schreien, angemessener, sich gegenwärtig zu halten, welche Fülle
ungelöster Räthsel unsere alten Sprachdenkmäler in Lauten und Formen
noch darbieten. Gewiss ist plöbun für pldwun eine ungewöhnliche
moderne Schreibung. Ein Wechsel von b für w ist in althochdeutscher
Zeit nicht nachzuweisen und kommt erst in der zweiten
Hälfte des 13. Jahrhunderts zum Vorschein. In Ulrich's von Lichtenstein
Frauendienst 82, 30. 337, 6: gevärbet f. gevärwet, doch
ausser Reim; in einem Liede K. Wenzel's von Böhmen (MSH. 1, 9 b );
geverbe (: werbe: verderbe); im Augsburger Stadtrecht vom J.
1276 (ed. Freyberg, Mainz 1828): grdbez tuocli, varbez gewant
22. 32. smerben ebd. 46. Andere Beispiele aus dem Schwabenspiegel,
aus Hugo’s Martina und spätem Quellen verzeichnet Weinhold,
Alem. Gramm. S. 120. Noch seltener ist 6 für a, das im 13.
Jahrhundert, in alamannischen Denkmälern, schüchtern sich zeigt und
erst im 14. in der elsässischen Mundart die Oberhand gewinnt und
ä fast gänzlich verdrängt. Doch ganz unerhört ist 6 für d im Ahd.
nicht: kiantfrögon cot, consulere deum; Reichenauer Glossar
Rb (Graff, Diutiska I, 607“). Sodann finde ich selion im Augsburger
Stadtrecht von 1276 groben für grdwen (zwainzic eilen groben
tuoches S. 26), ein Beispiel, das unserm plöbun völlig gleich steht.
Wie ist nun diese Erscheinung zu erklären? Nach meiner Ansicht gibt es
dafür nur einen Weg. Lautveränderungen pflegen sich in der Regel
nicht sprunghaft, sondern allmählich, bald rascher, bald langsamer,
zu vollziehen. Gewisse Laute können in der Sprache des Volkes
geraume Zeit, leicht Jahrhunderte, vorhanden sein, bevor sie in der
Schrift zum Ausdruck kommen; manchen wird dies gar nie gelingen,
und dennoch können sie uralt sein. Das baierisch-österreichische ou
für u, das sich im 12. Jahrhundert zu zeigen beginnt, im 13. an
Ausdehnung gewinnt und im 14. (zu au geworden) Regel wird, kann
in der Volkssprache schon in der althochdeutschen Zeit bestanden
haben, ebenso ei für i und ceu Qeu) f ür iu. Die Glossen nicht nur, sondern
auch die Denkmäler der Poesie und Prosa sind wohl ausnahmslos von
Geistlichen und zwar zumeist von Klostergeistlichen geschrieben,
von Männern also, welche eine mehr oder minder gelehrte Erziehung
genossen haben und in der Regel schon von früher Jugend an dem