Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums 11.
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fechtbare Form, während umgekehrt ein sunnlo in dieser Zeit mehr
als verdächtig wäre.
V. 4. stelit — steüit] von einfachem l in diesem Worte findet
sich bei Graff 6, 665 kein Beispiel; dergleichen Fälle sind im Ahd.
überhaupt selten (s. Graff 2, 4. 5) und auch Weinhold (Alem.
Gramm. 164) vermag nur wenige Belege zu geben, von denen keiner
über das 13. Jahrh. zurückgeht, steilem ist collocare, ponere, also
hinsetzen, hinlegen. „Es wäre zu erforschen, an welchem orte man
noch eier stellen sagt. Schmitz, Eifel 1, 29 hat eier legen“:
Grimm.
lionacegii r \ ein bisher unerhörtes, weder in den alten noch in
den neuern Dialekten nachzuweisendes Compositum, und deshalb nicht
genau zu errathen, was wir darunter zu verstehen haben. Vielleicht
war es eine mit Honig bereitete süsse Eierspeise (Bühreier); aber
eben so gut könnte es auch ein Gebäck aus Honig und Mehl gewesen
sein, ein Honigfladen, ähnlich unserm Leb- oder Pfefferkuchen, dem
man die Gestalt von Eiern gab i ). Die Schreibung egir — eigir
scheint baierisch zu sein, wenigstens kommt sie nur einmal sonst in
einer Tegernseer Hs. vor (Graff 1, 60). Auch an diesem Worte hat
man gemäkelt und es bezweifelt, diesmal nicht weil es schon bei Graff
oder in der Grammatik steht, sondern umgekehrt weil es — unerhört
ist und man damit nichts anzufangen wusste. Grimm meinte, es wäre
wohl zu beachten, und man sollte zu erfahren suchen, an welchen
Orten die Zusammensetzung 'Honigei' etwa noch gelte.
suozu] = suoziu; in dem der Zappert'schen Abhandlung beigegebenen
Facsimile ist das hebräische Vocalzeichen über dem z,
nämlich • für i, kaum, in V. 6 bei ueizu gar nicht zu erkennen, es
steht aber gleichwohl an beiden Stellen deutlich in der Handschrift
und Zappert hat richtig suoziu und ueiziu aufgelöst. Dies bestimmt
zu wissen ist insofern von Werth, als suozu und ueizu fränkische
Formen sind und bei Otfried durchwegs erscheinen.
V. 5. pvclvt = prichit. prechnn, breclian, carpere, pflücken.
Vgl. Walther v. d. Vogelweide Nr. 6, 16; 82, 11. Einleitung S. XXII;
und mhd. WB. 1, 240 b .
*J Auch in Boner’s Fabel „von einer vroinven und einem wolfe“ Nr. LXI1I beschwichtigt
die Mutier das schreiende Kind mit einem Ei: daz leint daz wein de
unde schrei, diu vroliwe bot dem kinde ein ei. V. 7. 8.