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Pfeiffer
8unilo; „trat bindet sich gerne mit sunu, chind, barn“ ; vgl. trütsun,
filius dilectus (Graflf 6, 60).
sunilo] „ist noch das alte männlich geformte dimininutiv, statt
des spätem neutrums“: Grimm. Keine der beiden Formen ist in den
alten Dialekten, dem Goth. undAhd., bis jetzt nachgewiesen, wohl aber
hat Grimm (Grammatik 3, 665. 666) aus den wenigen goth. Diminutivbildungen
auf -il die Regel erkannt, „dass ihr Genus sich nach
dem des ihnen zum Grund liegenden Substantivs richte, folglich, dass
die von Masc., Fern, und Neutris gebildeten Verkleinerungen wiederum
Masc., Fern, und Neutra werden“, und dieser Regel gemäss hat er
aus sunus (filius) ein goth. sunula (filiolus) geschlossen. Statt nun
in dem sunilo unseres Liedes eine willkommene Destätigung der
Grimmischen Regel und seiner Folgerung zu finden, erblickt Herr
Grohmann in dieser Form eines der stärksten Kennzeichen ungeschickter
Fälschung. „Nicht darüber wundert er sich, dass noch in
einem ahd. Denkmal des 10. Jahrh. ein masculines Deminutiv erscheint,
ihm sei nur unbegreiflich, wie dieses Deminutiv eben sunilo
habe lauten können, einem goth. sunula entspreche nur ein ahd.
sunulo, der Fälscher habe freilich übersehen, dass dem uralten
w-Stamme sunn eine andere Deminutivform zukomme als den
Wörtern mit andern Stammauslauten“ (S. 30. 31). Ich meine, wer
hier etwas übersehen hat, ist nicht der angebliche Fälscher, sondern
Herr Grohmann selbst. Ein Rück in GrafFs Sprachschatz (6, 59. 60)
zeigt, dass in dem Worte sunu nur die allerältesten Quellen, insbesondere
Isidor, den alten Stammauslaut u noch bewahren, während
er bei allen übrigen schon früh abgefallen und das verkürzte sun in
die f-Declination übergetreten ist. Im Plur. ist dies sogar überall
geschehen, denn er lautet durchwegs nicht sunju, sondern suni. Ein
ganz analoger Fall ist das von fridu gebildete und häufig als Eigenname
erscheinende Diminutiv; obwohl in fridu das u weit länger sich
erhalten hat als in sunu, so lautet dasselbe doch nicht Fridulo,
sondern Fridilo, s. Förstemann’s Altd. Namenbuch 1, 423, wo neben
den sehr zahlreichen Formen mit i und e (Fritilo, Fridilo, Fredelo
u. s. w.), die in's 8., ja sogar in's 5. Jahrh. zurückreichen, nur ein
einziges (wohl bemerkt romanisches) Fredulus (aus dem J. 856)
erscheint, bei dem es noch sehr zweifelhaft ist, ob nicht das u der
lat. Endung auf den Bildungsvocal rückgewirkt hat und Assimilation
hier vorliegt, sunilo ist für das 10. Jahrh. eine ganz richtige, unan-