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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung-  und  Kritik  uuf  dem  Gebiete  des-  deutschen  Alterthums  II.

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richtig.  Die  im  nilid.  Wß.  2 b ,  416  gegebenen  Beispiele  von  slummen,
stummer,  stummem  gehören  ausnahmslos  mitteldeutschen  Schriftstellern ­
  an,  und  die  hei  Diefenbach  190 bc  aufgeführten  slumen  und
slummen  sind  zweien  Mainzer  Vocabularen  entnommen,  dazu  kommt
noch  aus  einem  säclis.  Glossar  v.  J.  1425:  slomen  ebd.  542 b ;  ferner
slumen  in  einem  Nürnberger  Vocabular  von  1482  bei  Frisch  2,
202 b .  Einen  weitern  sicheren  Beleg  kann  ich  aus  v.  d.  Hagen’s  Jahrbuch ­
  7,  327  beifügen,  aus  einem  dort  aus  der  Berliner  Handschrift
des  Tristan  abgedruckten  allegorischen  Gedichte:  'van  minnen  hule
vangelde',  welches  also  anhebt:  Ich  muis  min  herze  rumen,  ich
lach  in  eime  slumen,  duo  duckte  mich  dat  ich  sack  de  suoze  vor  mir
stain  u.  s.  w.  slume  swm.  sopor.  Dieses  Beispiel  ist  auch  deshalb
erwünscht,  weil  es  für  die  in  unserm  Liede  vom  Verse  geforderte
Länge  des  u  spricht  (rumen:  slumen)  :  slumd’.
V.  2.  uurit  steht  für  uuerit.  „einemo  uuerian  ist  prohibere,
abigere“:  Grimm.
craftlicho  adv.  viriliter,  valenter  (GralF  4,  608).  Das  o  ist  in
der  Hs.  zur  Hüllte  noch  sichtbar.
uuolfd]  hier  schon  die  jüngere  Dativendung  auf  -a,  während  in
morgane  V.  3.  6.  und  in  chinde  V.  4  beidemal  die  ältere  Form
gewahrt  ist  (vgl.  die  Bemerkung  vorn  S.  29  f.).
släfes]  wie  in  V.  1  lazes  der  imperativisch  gebrauchte  Conjunctiv:
  mögest  du  schlafen,  lassen.
unza]  so  auch  einmal  als  Conjunction  bei  Tatian,  während  die
übrigen  Quellen  nur  unzi,  unze,  unz  haben  (s.  Graff  1,  364.  365);
als  Präposition  ist  iuiza  unbelegt.
morgii  =  morgane  V.  6.]  Im  Ahd.  sonst  nur  mit  zwischen^
geschobenem  zi,  ze  gebraucht:  unz  ze  morgane,  usque  mane;  vgl.
fone  morgene  unz  ze  naht:  de  mane  usque  ad  vesperam;  fone  morgene
  unz  ze  Abende:  Notker’s  Übersetzung  des  Canticum  Ezechiae
regis  (Hattemer  2,  502.  vgl.  GralF  2,  853);  doch  auch  im  Mhd.
häufig  ohne  ze:  unz  morgen  Parz.  149,  23.  Iwein  4070.  unze
morgen  Berthold  I,  393,  22.  unze  morne  arm.  Heinr.  707.
maiif  =  manes\  —  mannes,  wie  V.  4.  stellt  für  stellit.  Einfaches ­
  n  in  diesem  Worte  statt  nn  im  Ahd.  nicht  selten,  z.  B.  mano
=  manno,  manin  =  mannin  (=  mannun),  gommanes,  gommane,
selbst  in  den  Gl.  Ker.  comatio  und  in  Bb.  commane  (s.  GralF  2,  738.
743.  744).  trat  gehört  nicht  zu  mannes,  sondern  zum  folgenden
            
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