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Pfeiffer
noch weniger die Befähigung, wenn er auch, was durchaus zu bezweifeln,
dazu die Absicht gehabt hätte; und dass er auch nicht der
Betrogene war, wird sich im Folgenden deutlich herausstellen.
Dies vorausgeschickt, wende ich mich wie billig zuerst der
Handschrift zu und der Frage nach ihrer Herkunft und Beschaffenheit.
Zappert hat sich eingangs seines Aufsatzes folgendermassen
darüber geäussert:
„Bereits im September des J. 18S2 fand ich in einer Papierhandschrift
(geschrieben im J. 143K) des häufig vorkommenden,
Herzog Albreeht V. gewidmeten „Buches der Erkenntniss“ (auch
kurzhin das „Scheff“ genannt) einen als Rücken-Heftpflaster verwendeten
Pergamentstreifen, dessen sichtbares Ende althochdeutsche
Worte zeigte. Gewinnung näherer Einsicht in dieses Fragment
jedoch hätte ein, damals unausführbares bewaffnetes Vorgehen gegen
den rotldedernen, der Handschrift gleichzeitigen Einband unerlässlich
gemacht. Nachdem jedoch in der zweiten Hälfte des August
dieses Jahres jene Handschrift durch Ankauf in meinen Besitz übergieng,
stand jenem operativen Verfahren weiter kein Hinderniss entgegen.“
Was man bei dieser Beschreibung vermisst, ist die Angabe, wo
Zappert die Handschrift gefunden und von we m er sie käuflich erworben
habe. Bei Auswärtigen war dies Schweigen wohl geeignet, Verdacht
zu erregen, aber Z. hatte guten Grund dazu und konnte schicklicher
Weise nicht mehr sagen. Wie es sich damit verhielt, war in hiesigen
Gelehrtenkreisen ein öffentliches Geheimnisse man wusste genau,
woher die Handschrift stammt und wie sie, zusammen mit andern,
darunter dem gleichfalls und mit eben so viel Unrecht angefochtenen
ällesten Plan von Wien, in Zappert's Besitz gekommen war. Sie
gehörte nämlich einem hiesigen Kloster an, das gerade zu jener Zeit
im tiefsten Verfalle war und dessen stumpfer, fast blödsinniger
Bibliothekar Handschriften und Bücher in grosser Zahl an Antiquare
und Private theils verschenkte theils verkaufte oder vertauschte, kurz
auf die gewissenloseste Weise verschleuderte. Ich selbst war einmal
Zeuge der dort herrschenden Wirtschaft, als ich bald nach meiner
Hierherkunft von Dr. Fr. Stark aufgefordert in seiner Begleitung die
Bibliothek jenes Klosters besuchte. Nachdem uns der Bibliothekar
den Saal geöffnet, verschwand er, uns allein lassend, und als wir nach
ein paar Stunden uns entfernen wollten, mussten wir ihn, um ihm
die Schlüssel zu übergehen, im ganzen Hause suchen. Für eine