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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung  und  Kritik  auf  dein  Gebiete  des  deutschen  Alterthums  II.

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„übeiydie  Göttin  Tanfana“  (s.  Monatsberichte  S.  236)  ist  bekannt;
aber  unbekannt  geblieben  ist,  dass  er  kurz  vor  seinem  Tode  noch
ernstlich  mit  dem  Gedanken  umgieng,  „zu  Gunsten  des  Schlummerliedes ­
  öffentlich  sich  vernehmen  zu  lassen“.  Zu  diesem  Behufe
wandte  er  sich  am  26.  Juni  1863  an  Karajan  um  Auskünfte  über
Zappert  und  dessen  persönliche  Verhältnisse,  sowie  über  die  Beschaffenheit ­
  „des  anrüchigen  Pergamentstreifs“.  Diese  wurden  ihm
sofort,  am  13.  Juli,  durch  Iv.  ausführlich  und  mit  grösster  Genauigkeit ­
  ertheilt,  und  vierzehn  Tage  später,  in  einem  Briefe  vom  26.  Juli,
dem  letzten  den  ich  von  ihm  erhielt,  schrieb  er  mir:  „nächstens  lasse
ich  eine  abhandlung  über  das  Schlummerlied  erscheinen,  wenn  es
mir  in  der  akademie  zu  lang  damit  dauert,  in  besonderm  druck,  ich
hoffe  es  soll  Sie  freuen.“
Leider  verhinderte  der  wenige  Wochen  darauf  (am  20.  Sept.)
erfolgte  Tod  die  Ausführung  dieses  Vorhabens  und  unter  seinen
hinterlassenen  Papieren  scheinen  sich  zur  Mittheilung  geeignete
Vorarbeiten  dazu  nicht  vorgefunden  zu  haben,  wenigstens  wird  in
der  von  Hermann  Grimm  besorgten  Ausgabe  der  beiden  Reden  auf
Wilhelm  Grimm  und  über  das  Alter  (Berlin  1863)  und  den  dort
S.  36.  37  (=  Kleine  Schriften  1,  186.  187)  gegebenen  Andeutungen
über  Jacob’s  letzte  Arbeiten  und  Pläne  des  Schlummerliedes  mit
keinem  Worte  gedacht.  Dieses  Schweigen  ist  mir,  ich  kann  es  nicht
leugnen,  auffallend  und  hat  wohl  einen  besondern  Grund;  denn  wenn
auch  Jacob,  bei  seiner  Art  zu  arbeiten  wohl  glaublich,  die  Abhandlung ­
  wirklich  nicht  vollendet  hinterlassen  hat,  so  müssen  sich  doch
unter  seinen  Papieren  zahlreiche  Materialien  dazu  vorgefunden  haben,
und  eben  so  wenig  kann,  was  ihn  in  den  letzten  Wochen  seines
Lebens  so  lebhaft  beschäftigt  hat,  seiner  Umgehung  gänzlich  verborgen ­
  geblieben  sein.
Wie  es  sich  indess  damit  verhalten  möge,  wir  dürfen  es  beklagen,
dass  Grimm’s  Vorhaben  nicht  zur  Ausführung  kam;  mit  wie  ganz
andern  Augen  als  die  Gegner  er  den  Fund  betrachtet  und  mit  welch’
überlegenen  Kenntnissen  er  die  sprachlichen  und  mythologischen
Erscheinungen  darin  beleuchtet  haben  würde,  zeigt  ein  an  mich
gerichteter  Brief  vom  31.  Oct.  1838.  Ich  hatte  ihm  nämlich,  noch
vor  Zappert's  Bekanntmachung,  das  vielfach  hier  in  Abschriften  umlaufende ­
  Lied  mitgetheilt;  in  Folge  dessen  schrieb  er  mir  eine  Anzahl
von  Bemerkungen,  mir  frei  stellend,  davon  beliebigen  Gebrauch  zu
            
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