Beiträge zur älteren deutschen Sprache und Literatur.
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an den Teufel von dessen Macht zu erlösen. Der Teufel hatte eine
Ungerechtigkeit begangen, indem er den Menschen, der das natürliche
Eigenthum Gottes war, raubte, Christus kaufte uns aber durch seinen
Tod, ohne Gewalt zu brauchen, wieder von ihm los , und hat so ohne
die Gerechtigkeit zu verletzen, das Menschengeschlecht wieder aus
seiner Gewalt befreit, er löste uns mit seinem. Blute, gab seine Seele
für unsere Seele und sein Fleisch für unser Fleisch und versöhnte
dadurch das sündige Fleisch Adams mit Gott. Er goss den Geist
des Vaters ans, um Gott und den Menschen zu vereinigen und. wie er
durch diesen Geist Gott zu den Menschen hernieder brachte, so
brachte er durch seine Menschwerdung den Menschen zu Gott hinauf.
Dadurch wurde die Feindschaft, welche zwischen Gott und dem
Menschengeschlechte bestand, aufgehoben, weil Jesus als ein Opfer
für die Sünden der Welt am Kreuze starb. Die Opfer des A. T.
hatten die Sünden Einzelner oder des israelitischen Volkes versöhnt,
weil das Blutvergiessen als Strafe die Sünde mit der Strafe aufhebt.
Diese Opfer waren nur Vorbilder für das Opfer, welches
die Sünden der ganzen Menschheit wegnehmen sollte. Dieses Opfer
ist Christus, der unsere Sünden auf sich nahm und die eigentlich uns
gebührende Strafe am Kreuze litt. Dies ist im Wesentlichsten die
Lehre des Irenaeus und Origines, welcher mit den späteren Kirchenvätern
auch Augustin beipflichtete.
Eine andere Version gründet sich auf das Moment, dass der
Teufel auf dieselbe Weise besiegt werde, wie er selbst den Menschen
besiegt hatte, nämlich durch List. Diese Idee hat besonders Gregor
von Nyssa in seiner Orat. catech. cap. 22 ff. weiter ausgeführt.
Dem Teufel musste ein Lösegeld bezahlt werden: nach seiner Selbstsucht
aber konnte er nichts Geringes annehmen. Nur wenn er etwas
Höheres und Werthvolleres zu erhalten hoffen konnte, etwas was
seinem Stolze neue Nahrung gab, wollte und konnte er sich zu einem
solchen Tausche verstehen. Da er nun noch an keinem Menschen
solche Vorzüge wahr genommen hatte als an Jesus, so glaubte er in
ihm noch mehr zu bekommen, als er schon hatte. Hier entsteht aber
nun der Zweifel, wie konnte der Teufel auch nur den Gedanken
haben sich Jesu zu bemächtigen, wenn er die Vorzüge desselben, die
ihn so lüstern machten, als Eigenschaften der ihm überlegenen Gottheit
erkannte ? Um diesen Zweifel zu beseitigen, geht Gregor v. Nyssa
über Origines dadurch hinaus, dass er auch schon die Menschwerdung
Sitzl). d. phil.-liist. CI. LII. Bd. II. Hft. 30