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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zur  älteren  deutschen  Sprache  und  Literatur.  449
werlt  hat,  er  ne  gerte  niwan  des  lichtes  Predigt  des  12.  Jahrh.
Fdgb.  1,  69,  7.  vgl.  noch  ebda.  96.  Wahrscheinlich  liegt  im  Worte
mite  der  Fehler,  welches  auch  im  Johannes  l.  c.  nicht  deutlich  erscheint. ­
  Es  heisst,  da:  dem  (nicht  den)  blinden  er  daz  lihet
(1.  lieht)  gap,  neh  einer  m  .  .  te  er  ne  flach,  (nicht  phlach,  wie
in  der  Vorauer  IIs.).  Es  kamt  also  in  .  .  te  gleich  sein  milte,  und  zu
lesen  sein:  dem  plinten  er  daz  lieht  gap,  (neheiner  milte  er  ne
flach)  als  Zwischensatz  oder  besser,  der  neheiner  milte  flach.  Das
flach  mag  der  Verfasser  etwa  des  Reimes  wegen  vom  schwachen
Verbum  vlehen  hier  ausnahmsweise  stark  gebraucht  haben  wie  auch
prungen  für  brahten  steht.  Vgl.  Diem.  zu  Joseph  773.,  sonst  müsste
man  dafür  bat  setzen.
17,  11.  Die  Ifds.  hat  manegen  behalten  man]  Dafür  mangen  haften  man
zu  setzen,  halte  ich  nicht  für  passend.  Der  Felder  der  Hds.  liegt
meiner  Ansicht  nach  in  manegen;  nicht  manegen,  sondern  überhaupt
die  behaften  man  hat  Christus  geheilt,  so  sagt  auch  Ava  Diem.  24!i,
6.  Vespere  facto,  obtnlerunt  ei  mtiltos,  diemones  habentes,  ejiciebat
spiritns  verbo  et  omnes  male  habentes  enravit  Math.  8,  16.  vgl.  zum
V.  12.  Marc,  3,  5  exi  spiritns  immunde  und  Math.  9,  32.  vgl.
noch  Lucas  11,  13  und  13,  32.
18,  2.  Hierauf  folgen  zwei  Verse,  denen  man  es  alsogleich  ansieht,  dass
sie  eingeschoben  sind  zur  weitern  Erläuterung  des  grossen  Wunders  :
nur  hat  der  Interpolator  vergessen  zu  bemerken,  was  die  zwölf  weggetragenen ­
  Körbe  enthielten.
18,  4.  rnowet]  Dafür  des  Reimes  wegen  ruowdt  zu  setzen,  scheint  mir
nicht  nöthig,  da  ruowet  (sprich  rnöt)  recht  gut  auf  flnot  reimt;  tune
imperavit  ventis  et  mari  Math.  8,  23.
18,  3.  6.  die  gebunden  zungen  vgl.  zu  17,  9.  10.
18,  10—12.  suht  von  ime  floz]  Der  Vers  ist  zu  kurz,  es  wird  heissen
müssen:  diu  miselsuht  von  imo  flöh,  wie  es  auch  fast  überall  so
steht:  die  miselsuht  hiez  er  abgan  Joh.  Fgb.  2,  139,  2;  die  miselsuhtigen
  er  nerte  Ava  D.  243,  10;  man  sagete,  wi  er  die  töten
hiez  iif  stau,  di  miselsuht  abgan  Kaiserch.  Diem.  23,  3;  vgl.  noch
ebda.  33,  23;  79,  4;  124,  10;  Wernh.  Maria  Feifalik  4301.
Auch  heisst  snht  allein  Krankheit  überhaupt.  Die  Kranken  und
Siechen  werden  aber  im  folgenden  V.  ohnehin  genannt,  daher  ist
oben  suht  allein  nicht  wahrscheinlich.  Zu  11.  12.  vgl.  Luc.  5,  24
Surge,  tolle  lectum  tuum  et  vade  in  domum  tuum.
            
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