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Pfeiffer
verbreitet und bekannt, so dass man sich nicht wundern darf, Anklängen
daraus in den verwandten Stücken zu begegnen. So stimmt
die s. g. baierische Beichte (s. MS. Denkm. LXXI) in ihrem Eingang
1 •— 6 fast wörtlich darin überein. Die Berührung ferner mit dem
Wessobrunner und dem s. g. fränkischen Gebet ist, nachdem schon
vor bald vierzig Jahren W. Wackernagel (s. dessen Ausgabe des
Wessobr. Gebetes. Berlin 1827. S. 12) darauf hingewiesen hatte, auch
den Herausgebern der „Denkmäler deutscher Poesie und Prosa“ (s.
S. 494) nicht entgangen. Man vergleiche: Cot almalitico — forkip
mir — rehta galaupa enti cötcin uuilleon Wessobrunner Gebet
(ebd. I, 9 —13) und truhtin god — forgip mir gauuitzi indi rehtan
galaupan — indi guodan uuilleon fränk. Gebet (ebd. LYIII.) mit
unserer Formel 27—36: trohtin, kot almahtigo, kauuerdo mir —
fnrkepan kauuizzida — ia gaotan uuillun saman mit reliten
galaupon. Die Verwandtschaft aller drei unter sich ist unverkennbar;
nur wird es sieb, nun das hohe Alter unserer Formel festgestellt ist,
mit der Entlehnung etwas anders verhalten, als in den „Denkm.“
S. 460. 461. und 494 (womit indess die Bemerkung auf S. 246
nicht recht in Einklang steht) angenommen wird: weder hat das
Wessobrunner Gebet aus dem fränkischen, noch unsere Formel aus
beiden geschöpft; vielmehr wird man geneigt und berechtigt sein,
das grössere, in sich abgerundete und in strengem Gedankenzusammenhang
verfasste Schriftstück als die Quelle und die beiden
kleinern, eines solchen Zusammenhangs entbehrenden, fragmentarischen
Stücke als daraus abgeleitet zu betrachten. Die zwei Zeilen,
aus denen das fränkische Gebet besteht, werden vermuthlich im
Kloster zu St. Emmeram selbst, von einem Franken (was wahrscheinlicher
ist als das Umgekehrte), der unsere Formel hat lesen
hören oder selbst gelesen hat, in die auf Befehl des Begensburger
Bischofs Baturich im J. 821 angelegte Handschrift eingeschrieben
sein, und der Schreiber des Wessobrunner Gebetes hat, wie die erste
Hälfte aus einer allitterierenden heidnischen Kosmogonie in sächsischer
Sprache, so die zweite, zum Tlieil wenigstens, aus dem
Regensburger Gebet entnommen, beide, was niemand unglaublich
scheinen dürfte, aus der Erinnerung. Dies wird der natürliche, weil
einfachste Hergang sein.