Boiträge zur älteren deutschen Sprache und Literatur.
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p. 773. Vgl. hierzu die völlig gleichartige Stelle im Elucidarium des
Honorius p. 116, dann Diem. zu 9!)', 18 und 320, 6. ferner Köhler
in Pfeiffer s Germania 7, SSO und. Möllenhoffs Excnrs zum Ezzoleieh
S. 342.
Die Quelle der ältesten Darstellungen dieser acdit Thei/e des Menschen
ist, wie schon Möllenhoff bemerkte, ein altes Frag- und Antwortbächlein,
das in gereimten Versen die Antwort kurz und bündig
darbot. Dass das letztere der Fall sei, geht daraus hervor, dass einzelne
Verse der Ueb erlief erung noch zwei auf einander reimende
Worte haben, oder das zweite sich leicht fast von selbst ergibt, z. /I.
5. 9—12. Diese Verse, welche ursprünglich in der Regel bloss zwei
Hebungen hatten, wurden von unserem Vf. auf drei oder vier erweitert,
und da wo es nötliig war, mit neuen Reimen versehen. Als Beleg
des Gesagten will ich hier den Versuch einer Herstellung mittheilen,
der jedoch durchaus keinen weitern Anspruch macht, als das oben
Gesagte auch durch Beispiele zu erläutern:
Got seuof den menniscen einen
üzenän von aht teilen:
1. von der erde daz fleisc werde,
2. von dem steine daz gepeine,
3. von dem touwe den sweiz lawe,
4. von gruoni boumö der negele chimin,
5. von den wurzelon die aderou,
6. von dem grase den vahsen,
7. von meres fluote daz sin pluot;
8. von den wolchen die gedanclien.
6, 2. iizen von, wie die Hds. hat, ist hier nicht gleich uz von, sondern es
heisst „nach aussen, äusserlich von“ und bildet den Gegensatz zur
obigen Strophe, wo von der geistigen Schöpfung des Menschen nach
dem Ebenbilde Gottes die Rede war.
6, 3. Dass hier, so wie V. 5. 9. 10. 11, die Worte gab er ime völlig
unnölhig sind und den Vers überladen, bedarf wohl kaum einer weitern
Bemerkung.
6, 4. Die Hds. hat der tow becechenit den sweihe (I. sweiz). Die
Construction dieses Verses rührt wohl vom Schreiber her, sie unterbricht
den natürlichen Gang der Erzählung und ist auch dem Sinne
nach nicht zu rechtfertigen.
Sitzb. <1. phil.-hist. CI. LU. Hfl. II. Hft. 29