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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zur  älteren  deutschen  Sprache  und  Literatur.

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Wallfahrt  der  praevius  dux  et  incentor.  Eine  solche  lohende  Erwähnung ­
  war  auch  vor  und  nach  jener  Zeit,  wie  wir  bestimmt  wissen,
sogar  sehr  gewöhnlich.  Ich  verweise  auf  Otfried  und  später  auf
Heinrich’s  Litanei,  Massmann  890  und  Gehugede  ebda.  990,  wo  im
erstem  der  Abt  Engelbert,  im  zweiten  der  Abt  Erchenfried  in  dem
Text  genannt  werden.  Ein  Gleiches  that  auch  der  Pfaffe  Conrad  im
Rolandsliede.
3,  11.  du  spräche]  beide  Worte  zählen,  wie  solches  in  dieser  Zeit  sehr
häufig  war,  nicht  im  Verse,  sehr  viele  Beispiele  liefert  davon  auch
Servatius.  Die  Ergänzung  dfn  gebot  behielten,  daz,  ergibt  sich
leicht  aus  Str.  8,  11.  12  .wo  ganz  dieselben  Worte  gebraucht  werden;
vgl.  auch  Genes.  D.  13,  24.  u.  Melle.  Marienl.  Fdgb.  2,  143,  19.
4,  1.  Nach  Strophe  III  folgt  in  der  Ilds.  die  Strophe  VI.  Ich  glaube  mit
Unrecht;  denn  auf  die  III.  Strophe,  in  ivelclier  der  Verf.  ausdrücklich
sagt  vom  Evangelium  Johannis  reden  zu  wollen,  folgen  am  besten  die
beiden  Strophen  IV  und  V.  Diem.  320,  20—  321,  9.  Wärer  got
und  Got  du  geseuofe  allez,  weil  nach  den  Worten  Johannis  omnia
per  ipsum  facta  sunt  die  Schöpfung  Himmels  und  der  Erde  zuerst
und  dann  die  des  Menschen  erzählt  wird.  —  Auch  heisst  es  in  II,
3  ff.  dass  er  zuerst  von  dem  rehten  anegenge,  d.  i.  von  Christus  als
dem  Schöpfer  der  Welt  reden  wolle.  Aber  auch  sonst  schliesst  sich
die  Strophe  Wärer  got,  am  besten  an  die  vorangehende,  indem  der
Verf.  hier  in  derselben  Weise  direct  mit  der  zweiten  Person  fortfährt:
Herr,  du  sagtest,  dass  wenn  wir  dein  Gebot  befolgten,  wir  das  Himmelreich ­
  erhielten.  Dieses  Gebot  besteht  aber  zunächst  im  Glauben  an
Gott  —  und  diesen  bekennt  er  alsogleich  durch  sein  gebetartiges  Lob,
in  welchem  er  Christus  zuerst  als  den  wahren  Schöpfer  der  Welt  und
des  geistigen  Menschen,  dann  VI  erst  als  den  des  leiblichen  darstellt.
Dass  aber  Christus  als  der  eigentliche  Schöpfer  der  Welt  betrachtet
wurde,  ist  eine  in  der  alten  sowohl  als  neuen  Theologie  allbekannte
Sache.  Sie  gründet  sich  auf  den  Ausspruch  des  Evangeliums  Johannis ­
  omnia  per  ipsum  facta  sunt  und  wird  auch  in  den  Dichtungen
dieser  Zeit  oftmals  wiederholt.  So  heisst  es  in  der  ältern  Judith
Diem.  118,  20  ausdrücklich:  wir  giloubin  ani  den  crist  der  gischüf
alliz  daz  dir  ist,  der  der  hiz  werdin  den  himil  joch  di  erdin  und
wiederholt  ebenso  120,  28.  Vgl.  noch  Müllenh.  Amsteiner  Marienlied ­
  XXXIII,  100  fl',  und  die  Anmerkung  zu  4,  2.  3.  Dass  sich  der
Verf.  hier  sowohl  als  in  den  Strophen  V,  1.  VI,  1.  XII,  8—12.  des
            
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