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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zur  älteren  deutschen  Sprache  und  Literatur.

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2,  1.  Ich  wil  iu  eben  allen]  d.  h.  allen  zusammen,  allen  gleich,  er
fuorte  si  eben  alle  hin  in  die  heren  zelle  Karaj.  43,  6;  er  loste
si  eben  alle  mit  gewalte  von  der  helle  ehd.  42,  23.  Man  sieht
daraus,  dass  der  Dichter  sein  Lied  persönlich  einer  grossen  Versammlung, ­
  die  da  auf  der  Wallfahrt  vereinigt  war,  vorgetragen  hat.
Freilich  wird  dies  zunächst  nur  jener  Theil  gewesen  sein,  der  mit
Bischof  Günther  aus  Bamberg  ausgezogen  und  um  ihn  versammelt  war.
2,  3.  von  dem  minen  sinne.  Von  heisst  hier  so  viel  als  „nach  oder  mit“
meinem  Sintie,  d.  h.  so  gut  als  ich  es  vermag,  im  Gegensätze  zu  1,  3
dem  Liede,  welches  seine  Mitpriester  früher  dichteten.  Vgl.  von  den
zwein  (nämlich  durch  seine  Allmacht  und  Güte)  er  alliu  wunder  dud.
Schöpf,  b.  Diem.  93,  21.  Daher  kann  sich  meiner  Ansicht  nach
der  Bericht  in  der  Strophe  I  nicht  auf  dieses,  sondern  muss  sich  auf
ein  früheres  Lied  beziehen,  welches  Günther  damals,  als  sie  noch  in
Bamberg  waren,  veranlag  sie.  Dort  waren  sämmtliche  „Pfaffen“  des
Domkapitels  die  Verf.  und  auf  diese  passen  allein  mir  die  Worte  er
liiez  sine  phaphen  ein  guot  liet  machen,  auf  der  Wallfahrt
waren  nur  etliche  von  seinen  Priestern,  namentlich  die  beiden  ausgezeichneten ­
  Scholastiker  Conrad  und  Ezzo  anwesend  und  der
Letztere  sagt:  So  ivie  Bischof  Günther  den  Priestern  seines  Domcapitels
einst  ein  schönes  Lied  zu  dichten  befahl  und  sie  diesem  Befehle  Folge
leisteten,  so  will  auch  ich,  so  gut  als  ich’s  vermag,  wahrscheinlich
auf  gleichen  Wunsch  euch  ein  Lied  vortragen.  So  nur  glaube  ich  muss
die  I.  Strophe  und  diese  Stelle  verstanden  werden;  denn  sonst  passt
ja  auch  der  Schluss,  dass  Alle  Mönche  wurden,  durchaus  nicht  hieher,
dies  konnte  nur  in  Bamberg  nicht  aber  auf  der  Reise  geschehen.  Auch
konnte  Ezzo  die  Wirkung  seines  Liedes  kaum  vorhersehen.  Diesen
Eingang  aber  für  unecht  zu  halten,  ist  kein  hinreichender  Grund  vorhanden. ­

2,  4.  von  dem  rehten  anegenge]  kann  heissen:  von  dem  eigentlichen
Uranfange  oder  von  der  Schöpfung,  aber  es  kann  anegenge  auch
persönlich  von  dem  Schöpfer,  d.  i.  von  Christus  verstunden  werden,
was  hier  offenbar  geschehen  muss,  wie  die  Stellen  4,  2.  3  ein  anegenge ­
  gilt  ih  ane  dih  u.  s.  w.  als  an  einem  Schöpfer  glaube  ich  an
dich,  denn  daz  anegenge  bistu  trehtin  ein;  und  Diem.  93,  1.  Got
vater  ewich  ist  daz  angengi  beweisen.  Dann  heisst  es  im  jüngern
Anegenge  2S,  8  noch  redete  wir  gern  mere  von  dem  angenge,  wan
ich  furlite,  ez  dunche  iu  ze  lenge.  Nun  geht  aber  aus  27,  24.  23  ff.
            
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