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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung'  und  Kritik  auf  dem  Gebiete  des  deutschen  Alterthums  II.

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34.  uueo  tni?iö  durfti  sint]  wie  meine  Bedürfnisse  sind,  was
mir  noth  timt,  uuemo  in  B  ist  offenbarer  Schreibfehler.
61.  leisti]  Imperativ  von  leistjan,  efficere,  ausführen,  vollbringen. ­
  leisti  in  mir,  wie  A  liest,  ist  ohne  Zweifel  besser  und  echter
als  leisti  uper  mih  —  B;  sonst  nachzuweisen  ist  weder  die  eine  noch
die  andere  Redensart.
63.  fonna  B]  diese  Gemination  des  n  in  dem  nämlichen  Worte
begegnet  viermal  nacheinander  in  einem  Tegernseer  Codex  des
9.  Jhd.  (s.  MS.  Denkm.  S.  8  unten),  in  Otloh’s  Gebet  (ebd.  LXXXII,
36.)  und  andern  baierischen  Quellen  (vgl.  Graff  3,  323).
Wenn  ich  auf  Grund  der  hier  gegebenen  Nachweise  und  Belege
in  denen  ich  die  vielfache  Übereinstimmung  unserer  Formel  in
Lauten,  Formen  und  Ausdrücken  mit  den  Sprachdenkmälern  des
8.  Jhd.  dargethan  habe,  dieselbe  in  eben  diese  Zeit  setze,  so  befürchte ­
  ich  keinen  gegründeten  Widerspruch.  Wohl  wird  auch  in  A,
wie  dies  bei  Abschriften  zu  geschehen  pflegt,  unter  der  Hand  des
jüngeren  Schreibers  manches  Alterthümliche  verwischt  worden  sein
(z.  B.  sunteono  3  statt  suntond,  uuilleon  33.  38.  statt  uuillun,  und
Anderes);  dennoch  ist  dessen  genug  stehen  geblieben  (ich  rechne
dazu  insbesondere  gaotan  33.,  die  Partikel  ca-,  ha-,  die  Genitive  pl.
und  die  schwachen  Adjeetivendungen  auf  -eo,  sowie  die  Conjunction
ia),  das  mit  Bestimmtheit  auf  jene  frühere  Zeit  hinweist.  Anders
lässt  sich  ihr  Vorkommen  kaum  erklären,  denn  solche  Formen  sind
im  9.  Jhd.,  sind  unter  der  Regierung  Ludwig’s  des  Deutschen  (wie
z.  B.  das  Muspilli  beweist)  nicht  mehr  üblich  gewesen,  sondern
können  nur  aus  einer  altern  Vorlage  herüber  genommen  sein.  Ich
glaube,  dass  diese  den  beiden  Handschriften  der  Exbortatio,  wie  der
des  Freisinger  Vaterunsers  an  Alter  nicht  nachstand,  und  dass  die  Entstehung ­
  unserer  Formel  mit  den  genannten  Stücken  in  eine  Zeit  fällt.
Die  Formel  liegt  in  zwei  Abschriften  vor;  eine  dritte,  aus  der
B  geflossen,  ist  soviel  als  gewiss;  früher  und  später  wird  sie  noch
öfter  abgeschrieben  sein.  Als  eines  der  ältesten  Denkmäler  dieser
Art  —  sie  unterscheidet  sich  von  andern  auch  dadurch,  dass  sie
weder  bloss  Beichte,  noch  bloss  Gebet,  sondern,  wie  schon  Rud.  v.
Raumer  (Einwirkung  des  Christenthums  S.  61)  richtig  erkannt  hat,
beides  zugleich  ist:  die  Beichte  schliesst  27  mit  alles  uualtenteo
trohtin,  das  Gebet  beginnt  28  mit  kot  almalitigo  —  war  sie  vielfach
            
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