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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfizmaier,  Bericht  über  zwei  Taiping-Münzen.

Allerdings  Hesse  sich  der  eine  oder  der  andere  Ausdruck  entdecken, ­
  in  welchem  selling  „höchstweise“  einen  metaphorischen
Sinn  hat  und  mit  einem  Worte  von  concreter  Bedeutung  zusammengesetzt ­
  erscheint.  So  in  dem  Worte  sching-mö  „der  höchstweise
Baum“,  das  als  Name  folgendermassen  erklärt  wird:  „Die  Nahrung
von  diesem  Baume  macht  den  Menschen  verständig  und  höchstweise“. ­
  Dies  ist  jedoch  etwas  anerkannt  Fabelhaftes,  und  wäre  eine
ähnliche  Deutung  für  den  Begriff  „Geld“  zu  gewagt,  wie  sie  auch
gewiss  nicht  in  der  ursprünglichen  Absicht  der  Tai-pings  gelegen.
Herr  Dr.  W.  Lobscheid  übersetzt  das  auf  dieser  Münze  yoi - -
kommende  scliing-pao  durch  sacrecl  currency.  Hier  möchte  ich  vorerst ­
  in  Erinnerung  bringen,  dass  es  eigentlich  das  Wort  |||  ling
ist,  das  dem  Begriffe  „heilig“  am  nächsten  steht,  während  selling,  die
höchste  Stufe  der  Weisheit  ausdrückend,  niemals  die  Heiligkeit,
sondern  immer  den  scharfen  und  durchdringenden  Verstand  bezeichnet. ­
  Zu  beachten  sind  in  dieser  Beziehung  die  chinesischen  Erklärungen: ­
  „Bei  den  Angelegenheiten  in  Alles  ohne  Ausnahme  dringen,
heisst  sclüng“  (höchstweise).  „Zehntausend  Menschen  übertreffen,
heisst  kliie  (überragend).  „Doppelt  so  viel  als  überragend,  heisst
selling“  ((höchstweise).  „Gross  sein  und  umgestalten,  nennt  man
selling“  (höchstweise).  „Selling  (höchstweise),  ist  so  viel  als  sclüng
(der  Laut).  Man  hört  den  Laut  und  erkennt  die  Eigenschaft,  deswegen ­
  sagt  man  scliing  (höchstweise).
Ferner  ist  zu  bemerken,  dass  thung-pao  „Kostbarkeit  des  Verkehrs“ ­
  zwar  durch  „Geldumlauf“  wiedergegeben  werden  könnte,  pao
für  sich  allein  aber  nur  „Kostbarkeit“  bedeutet.
Aus  dem  Gesagten  scheint  hervorzugehen,  dass  der  Ursprung
des  unstatthaften  Ausdrucks  scliing-pao  „höchstweise  Kostbarkeit“,
ebenfalls  in  den  Schriften  der  Missionäre  zu  suchen  und  dass  derselbe ­
  als  Nachahmung  des  Wortes  scliing-schu  „höchstweises  Buch“
zu  betrachten  ist.
Noch  werde  erwähnt,  dass  unter  den  sechs  Zeichen,  aus  welchen ­
  die  Inschrift  besteht,  die  drei  Zeichen  kuö,  scliing  und  pao  in
vulgärer  Form  dargestellt  sind.
Ich  übergebe  die  zwei  Stücke,  welche  für  Wien  Unica  sein
dürften,  dem  k.  k.  Münz-  und  Antikenkabinete.
            
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