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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Bericht  über  zwei  Taiping-Münzen.

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im  Grunde  in  China  ganz  unbekannt  ist  und  einem  Missverständnisse
seinen  Ursprung  verdankt.  Da  die  Worte  thien-kuo  „Reich  des  Himmels“ ­
  in  dem  erwähnten  Placate  zum  ersten  Male  Vorkommen,  so  ist
zu  vermuthen,  dass  die  Insurgenten,  welche,  in  ihrer  beschränkten
wissenschaftlichen  Bildung,  sich  so  vieles  von  den  englischen  Missionären ­
  angeeignet  haben,  zu  dem  Gebrauche  derselben  durch
irgend  einen  Europäer,  der  die  echte  chinesische  Ausdrucksweise
entweder  nicht  kannte,  oder  absichtlich  nicht  kennen  wollte,  veranlasst ­
  wurden.
Beiläufig  werde  bemerkt,  dass  die  selbst  von  Kennern  des
Chinesischen  angenommene  Gewohnheit,  China  das  „himmlische
Reich“  zu  nennen,  ihren  Grund  in  der  Thatsache  hat,  dass  in
Büchern  und  öffentlichen  Documenten  häufig  der  Ausdruck  thien-hia
„Welt“  (wörtlich:  unter  dem  Himmel),  gebraucht  und  unter  demselben ­
  das  chinesische  Land  verstanden  wird.  Die  Übersetzer  der
bezüglichen  Schriftstücke  verschmähten  es  offenbar,  sich  des  entsprechenden ­
  „Welt“  zu  bedienen  und  hielten  es  für  angemessener,
das  Wort  durch  „himmlisches  Reich“  wiederzugeben.  Ein  solches
Vorgehen  dürfte  aber  für  den  guten  Geschmack  eben  so  abstossend
sein,  als  wenn  etwa  Jemand',  weil  bei  uns  „unter  der  Sonne“  in
einem  ähnlichen  Sinne  verstanden  wird,  Europa  das  „sonnige  Reich“
und  dessen  Bewohner  „die  Sonnigen“  nennen  wollte.
Die  Rückseite  trägt  die  Inschrift:  =j|p  sching-pao,  wörtlich: ­
  höchstweise  Kostbarkeit.  Diese  Worte  sind  schon  insofern  auffallend, ­
  als  alle  übrigen  chinesischen  Münzen,  und  zwar  auf  der
Vorderseite,  die  Worte  thung-päo  „Kostbarkeit  des  Verkehrs“  enthalten. ­
  Ausserdem  ist  selling  „höchstweise“  als  Epitheton  von  pao
„Kostbarkeit“  nicht  recht  passend  und  die  mit  jenem  Worte  zusammengesetzten ­
  Ausdrücke  sind  von  bestimmter  und  sehr  beschränkter
Anzahl.  Dasselbe  steht  im  adjectiven  Sinne  und  kann  sich  nur  auf
Personen,  höchstens  auf  einen  abstracten  Begriff  beziehen.  So  sagt
man  wohl  sching-jin  „ein  höchstweiser  Mensch“,  scliing-wang  „ein
höchstweiser  König“,  sching-hiün  „ein  höchstweiser  Gebieter“,
schmg-hoa  „höchstweise  Verwandlungen“,  sching-te  „die  höchstweise ­
  Tugend“,  allein  Ausdrücke,  wie  sching-schu  „höchstweises
Buch“  für  „Evangelium“  sind  von  den  Missionären  erfunden  und  in
China  nicht  üblich.
            
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