Bericht über zwei Taiping-Münzen.
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im Grunde in China ganz unbekannt ist und einem Missverständnisse
seinen Ursprung verdankt. Da die Worte thien-kuo „Reich des Himmels“
in dem erwähnten Placate zum ersten Male Vorkommen, so ist
zu vermuthen, dass die Insurgenten, welche, in ihrer beschränkten
wissenschaftlichen Bildung, sich so vieles von den englischen Missionären
angeeignet haben, zu dem Gebrauche derselben durch
irgend einen Europäer, der die echte chinesische Ausdrucksweise
entweder nicht kannte, oder absichtlich nicht kennen wollte, veranlasst
wurden.
Beiläufig werde bemerkt, dass die selbst von Kennern des
Chinesischen angenommene Gewohnheit, China das „himmlische
Reich“ zu nennen, ihren Grund in der Thatsache hat, dass in
Büchern und öffentlichen Documenten häufig der Ausdruck thien-hia
„Welt“ (wörtlich: unter dem Himmel), gebraucht und unter demselben
das chinesische Land verstanden wird. Die Übersetzer der
bezüglichen Schriftstücke verschmähten es offenbar, sich des entsprechenden
„Welt“ zu bedienen und hielten es für angemessener,
das Wort durch „himmlisches Reich“ wiederzugeben. Ein solches
Vorgehen dürfte aber für den guten Geschmack eben so abstossend
sein, als wenn etwa Jemand', weil bei uns „unter der Sonne“ in
einem ähnlichen Sinne verstanden wird, Europa das „sonnige Reich“
und dessen Bewohner „die Sonnigen“ nennen wollte.
Die Rückseite trägt die Inschrift: =j|p sching-pao, wörtlich:
höchstweise Kostbarkeit. Diese Worte sind schon insofern auffallend,
als alle übrigen chinesischen Münzen, und zwar auf der
Vorderseite, die Worte thung-päo „Kostbarkeit des Verkehrs“ enthalten.
Ausserdem ist selling „höchstweise“ als Epitheton von pao
„Kostbarkeit“ nicht recht passend und die mit jenem Worte zusammengesetzten
Ausdrücke sind von bestimmter und sehr beschränkter
Anzahl. Dasselbe steht im adjectiven Sinne und kann sich nur auf
Personen, höchstens auf einen abstracten Begriff beziehen. So sagt
man wohl sching-jin „ein höchstweiser Mensch“, scliing-wang „ein
höchstweiser König“, sching-hiün „ein höchstweiser Gebieter“,
schmg-hoa „höchstweise Verwandlungen“, sching-te „die höchstweise
Tugend“, allein Ausdrücke, wie sching-schu „höchstweises
Buch“ für „Evangelium“ sind von den Missionären erfunden und in
China nicht üblich.