Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums 11.
35
821. Ried 1, 20), Hermaot (Verbrüd. Buch G8, 25. Förstemann 1,
628) u. a. m. Ferner kommt noch hinzu aus der Casseler Exliortatio
C, 14: gaotes caheizes, fidei sponsionis (vgl. Willi. Grimm’s Ausg.
S. 9) und aus den Freisinger Glossen (Roths Denkm. S. XIX) 160:
psallentia melodia, der 6 saozono ( = suozunö) sango za sinken (vgl.
MS. Denkm. S. 442), endlich unsere Stelle. Es ist also dieser Laut,
der vorzugsweise der ältesten baierischen Mundart zukommt, keineswegs
ein Fehler irgend eines einzelnen Schreibers, sondern deutet
auf eine schwankende, zwischen o und a die Mitte haltende Aussprache
des alten (goth.) o, die gleich oa den Übergang bildet
zu ua, «0.
36. saman mit rehten galaupon A] statt dessen liest B: mit
rehtan galoupon und gewährt dadurch eines der seltenen ahd. Beispiele
für den Accusativ nach der Präposition mit. Dasselbe ist der
Aufmerksamkeit lloltzmann’s nicht entgangen und in der Germ. 1,
345 von ihm besprochen worden. Da er leugnet, dass die Präp. mit
den Accusativ regiere, so hat er in mit einen Schreibfehler für inti
oder enti vermutliet. Diese Annahme wird nun, da A gleich B mit
liest, zwar nicht bestätigt; wohl aber erhalten seine Zweifel in
anderer Weise eine glänzende Rechtfertigung. Es ist nämlich ganz
unglaublich, dass A, in allem sonst so alterthümlieh, hier die junge
Form des st. Acc. sg. rehten statt rehtan gesetzt habe. Dazu kommt,
dass das schwache Masc. galaupo in den altbaierischen Sprachdenkmälern
nicht nachgewiesen ist, vielmehr stets nur das st. Fern.
galaupa darin erscheint (vgl. Graff 2, 71). Demnach wird rehten
galaupon in A nichts anderes sein können als der Dativ pl. =
rehtem galaupöm, genau wie 21 dinen augön = dtnem augom. In
einem Denkmal, das neben kandda das Abstractum miltida im
Pluralis gebraucht, auch einem pl. galaupon zu begegnen, kann
nicht befremden; übrigens ist er nicht unerhört, sondern findet sich
auch bei Otfried I. 1, 118: ther si zimo holeta, zi giloubon sinen
ladola. Zu einem Beweis des Accusativs nach mit, im Althochdeutschen
wenigstens, wird man diese Stelle nicht mehr anführen
dürfen.
mir, das schon 33 und 34 stellt, scheint hier überflüssig und
macht mich, in Verbindung mit der lästigen Wiederholung von
helfan und forkepan, geneigt, die Überlieferung von B an dieser
Stelle für genauer zu halten als in A. Wie ich vermuthe, bat der