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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung  und  Kritik  auf  dem  Gebiete  des  deutschen  Alterthums  11.

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821.  Ried  1,  20),  Hermaot  (Verbrüd.  Buch  G8,  25.  Förstemann  1,
628)  u.  a.  m.  Ferner  kommt  noch  hinzu  aus  der  Casseler  Exliortatio
C,  14:  gaotes  caheizes,  fidei  sponsionis  (vgl.  Willi.  Grimm’s  Ausg.
S.  9)  und  aus  den  Freisinger  Glossen  (Roths  Denkm.  S.  XIX)  160:
psallentia  melodia,  der  6  saozono  (  =  suozunö)  sango  za  sinken  (vgl.
MS.  Denkm.  S.  442),  endlich  unsere  Stelle.  Es  ist  also  dieser  Laut,
der  vorzugsweise  der  ältesten  baierischen  Mundart  zukommt,  keineswegs ­
  ein  Fehler  irgend  eines  einzelnen  Schreibers,  sondern  deutet
auf  eine  schwankende,  zwischen  o  und  a  die  Mitte  haltende  Aussprache ­
  des  alten  (goth.)  o,  die  gleich  oa  den  Übergang  bildet
zu  ua,  «0.
36.  saman  mit  rehten  galaupon  A]  statt  dessen  liest  B:  mit
rehtan  galoupon  und  gewährt  dadurch  eines  der  seltenen  ahd.  Beispiele ­
  für  den  Accusativ  nach  der  Präposition  mit.  Dasselbe  ist  der
Aufmerksamkeit  lloltzmann’s  nicht  entgangen  und  in  der  Germ.  1,
345  von  ihm  besprochen  worden.  Da  er  leugnet,  dass  die  Präp.  mit
den  Accusativ  regiere,  so  hat  er  in  mit  einen  Schreibfehler  für  inti
oder  enti  vermutliet.  Diese  Annahme  wird  nun,  da  A  gleich  B  mit
liest,  zwar  nicht  bestätigt;  wohl  aber  erhalten  seine  Zweifel  in
anderer  Weise  eine  glänzende  Rechtfertigung.  Es  ist  nämlich  ganz
unglaublich,  dass  A,  in  allem  sonst  so  alterthümlieh,  hier  die  junge
Form  des  st.  Acc.  sg.  rehten  statt  rehtan  gesetzt  habe.  Dazu  kommt,
dass  das  schwache  Masc.  galaupo  in  den  altbaierischen  Sprachdenkmälern ­
  nicht  nachgewiesen  ist,  vielmehr  stets  nur  das  st.  Fern.
galaupa  darin  erscheint  (vgl.  Graff  2,  71).  Demnach  wird  rehten
galaupon  in  A  nichts  anderes  sein  können  als  der  Dativ  pl.  =
rehtem  galaupöm,  genau  wie  21  dinen  augön  =  dtnem  augom.  In
einem  Denkmal,  das  neben  kandda  das  Abstractum  miltida  im
Pluralis  gebraucht,  auch  einem  pl.  galaupon  zu  begegnen,  kann
nicht  befremden;  übrigens  ist  er  nicht  unerhört,  sondern  findet  sich
auch  bei  Otfried  I.  1,  118:  ther  si  zimo  holeta,  zi  giloubon  sinen
ladola.  Zu  einem  Beweis  des  Accusativs  nach  mit,  im  Althochdeutschen ­
  wenigstens,  wird  man  diese  Stelle  nicht  mehr  anführen
dürfen.
mir,  das  schon  33  und  34  stellt,  scheint  hier  überflüssig  und
macht  mich,  in  Verbindung  mit  der  lästigen  Wiederholung  von
helfan  und  forkepan,  geneigt,  die  Überlieferung  von  B  an  dieser
Stelle  für  genauer  zu  halten  als  in  A.  Wie  ich  vermuthe,  bat  der
            
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