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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Aristotelische  Studien.

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der  ihm  vorliegenden  Entwicklung  der  Philosophie  nicht  vertreten;
die  Annahme  einer  Mehrheit  von  Principien  hat  überhaupt  nur  eine
Bedeutung,  wenn  den  mehreren  ein  Verhältniss  zu  einander  und  eine
Einwirkung  auf  einander,  also  eine  Bewegung  im  allgemeinsten
Sinne  dieses  Wortes  zugeschrieben  wird;  überdies  widerlegt  Aristoteles ­
  die  Möglichkeit  der  Annahme  eines  einheitlichen  unbeweglichen ­
  Principes  in  der  Weise,  dass  das  Gleiche  auch  für  eine  Mehrheit ­
  von  Principien  gilt.  (Ähnliches  bemerken  Alexander  und  Simplicius,
  Simpl,  f.  9  6).  Als  Beispiel  für  eine  begrenzte  Anzahl  von  Principien ­
  erwähnt  Aristoteles,  dass  man  deren  zwei,  drei,  vier,  oder
sonst  eine  bestimmte  Anzahl  voraussetze.  Durch  die  vier  Principien
ist  unverkennbar  Empedokles  bezeichnet  (Phys.  a  4.  187  a  26);  inwiefern ­
  sich  in  manchen  Philosophien  die  Voraussetzung  von  zwei  und
von  drei  Principien  linden  lässt,  wird  im  weiteren  Verfolge  des  ersten
Buches  der  Physik  erörtert.  Von  der  entgegengesetzten  Voraussetzung
sodann,  der  einer  unbegrenzten  Zahl  von  Principien,  sagt  Aristoteles:
xai  ei  dneipovg,  r,  ouzug  &Gizep  Ar t p.6y.pizog,  zo  yevog  iv,  ayr,p.a.zi  öl
f,  stost  §ta<j>epovaag,  r,  y.ai  ivavztag.
Dass  unter  den  beiden  hier  bezeichnten  Richtungen,  welche
die  Annahme  einer  unbegrenzten  Vielheit  von  Principien  einschlagen
könne,  ausser  der  von  Aristoteles  ausdrücklich  genannten  Philosophie
des  Demokritus  die  des  Anaxagoras  gemeint  ist,  bietet  sich  jedem
Leser  des  Aristoteles  auf  den  ersten  Blick  als  unzweifelhaft  dar.
Denn  entsprechend  den  eigenen  Worten  des  Anaxagoras  (ip.oO  xavza.
ypr,ij.aza  ,  i~.ti.pc/.  y.ai  KAf,Stog  y.ai  Gp.iy.p0~r,za  fr.  1  Mullacll),
bezeichnet  Aristoteles  regelmässig  die  unbegrenzte  Zahl  der  Principien ­
  als  charakteristisches  Merkmal  der  Anaxagoreischen  Philosophie,
'Avaiiayöpag  dneipovg  eivai  cpr,oi  zag  dpyag  Metaph.  A  3.  984  ct
13,  vgl.  Phys.  a  4.  187  b  4,  10  u.  a.  Und  während  in  dieser  Hinsicht ­
  Anaxagoras  und  Demokritus  übereinstimmen,  so  stehen  sie  in
ihren  Annahmen  über  die  Wesenheit  jener  Principien  in  vollem
Gegensätze  zu  einander.  Die  Atome  des  Demokritus  sind  einander
vollkommen  wesensgleich,  sie  sind  nichts  weiter,  als  Raumerfüllung,
azepem  im  Gegensätze  von  xevöv,  sie  selbst  unterscheiden  sich  also
nur  durch  räumliche  Unterschiede,  Gestalt,  Stellung,  Lage  zu  einander ­
  (Gyj,p.uzi,  Sion,  zagst.  Metaph.  A  4.  983  b  13).  Die  ypr,p.aza.,
GKippaza.  die  Principien  des  Anaxagoras,  sind  unter  ein  oder  wesensverschieden, ­
  y.ai  iöiag  nayzoiag  iyjnzot  xai  r,öovdg  Anax.  fr.  3,  är.upa
            
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