Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Aristotelische  Studien.

377

Grund,  der  in  jenem  ersten  Gliede  nöthigt,  das  Subject  des  Urtlieils
im  Nominativ  auszudrücken,  gilt  auch  für  das  zweite,  welches  demnach ­
  zu  schreiben  ist  ro  d’  ivccvriw  rd  rtn  ivccvrltp  dvca.  Als  einen  Eingriff ­
  in  den  überlieferten  Text  kann  man,  selbst  abgesehen  von  dem  ein
solches  Verfahren  oft  genug  erfordernden  Zustande  der  zweiten
Analytik,  diese  Änderung  kaum  ansehen,  wenn  man  in  diesen  und  den
folgenden  Zeilen  auf  den  kritischen  Apparat  bei  Waitz  sieht  oder
überhaupt  darauf  achtet,  wie  häufig  der  Gebrauch  des  das  begriffliche ­
  Wesen  bezeichnenden  Dativs  mit  dvca  zu  ähnlichen  Fehlern
Anlass  gegeben  hat  (vgl.  meine  Obs.  crit.  ad  Met.  p.  49  f.).  Aber
auch  hiermit  ist  dieses  Satzglied  noch  nicht  hergestellt.  Wie  man
nämlich  auch  die  grammatische  Entstehung  des  Dativs  bei  dvca  in
der  specifisch  aristotelischen  Bedeutung  versuchen  mag  sich  zurechtzulegen ­
  *i),  dies  steht  aus  dem  aristotelischen  Gebrauche  fest,  dass
derlei  Dative  immer  ohne  Artikel  gesetzt  werden:  rd  äv-Spcoffw
dvai,  rd  dvca,  rd  dvca  u.  ä.,  nicht  rd  tö>  ävSpünu)
dvca,  rd  rü  dyaSCp  dvca.  Hieraus  darf  nicht  etwa  gefolgert  werden,
dass  rtö  vor  dem  zweiten  evavrto>  wegzulassen  sei;  sondern  dieser
Artikel  reb  konnte  in  Verbindung  mit  der  dadurch  entstehenden  unzulässigen ­
  sprachlichen  Form  des  Satzes  noch  insbesondere  darauf  aufmerksam ­
  machen,  dass  man  es  auch  dem  Inhalte  nach  mit  einem
gewiss  so  nicht  geschriebenen,  weil  identischen  und  leeren  Satze
zu  thun  habe.  Es  fehlt  eben  nach  ivavrccn  die  Wiederholung  desselben ­
  Wortes  12 )  :  rd  d'  ivavr'ap  iori  rd  rü  ivocvuco  (ev  ccvriu)

Wesensbegriff  etwas  von  dem  concreten  Dinge  Verschiedenes,  sondern
dass  er  Wesensbegriff  von  etwas  anderem  sei,  ein  Gedanke,  der  diesem
Zusammenhang  ganz  fremd  ist.  Übrigens  haben  drei  Handschriften  T  TA’
aXXo,  und  das  vielfache  Vorkommen  des  Dativs  konnte  leicht  zu  einem
Versehen  Anlass  geben.
n)  Zeller,  Phil,  der  Gr.  I.  2,  S.  146,  1  erklärt,  im  Wesentlichen  im  Anschluss ­
  an  Schwegler,  Aristot.  Metaph.  IV,  S.  371  f.,  ro  äv^porew  ssvai
sei  soviel  als  „rö  sfvai  roöro  o  iortv  avSpüicoi  das  dem  Menschen  eigenthümliche
  Sein“,  und  diese  Erklärung  findet  in  der  Vergleichung  der
bekannten  Formel  rö  8'  eivai  adrw  od  ravzo  (Trendelenburg,  Kategorien-1
  ehre  S.  39)  eine  gewisse  Unterstützung.  Aber  unerklärlich  bleibt  bei
dieser  Annahme  das  constante  Fehlen  des  Artikels  beim  Dativ,  und  dieser
Um  stand  muss  Zweifel  an  der  Richtigkeit  jener  Erklärung  wecken.
12)  Zu  den  schon  früher  erwähnten  Fällen  von  Fehlern,  die  in  der  Wiederkehr ­
  desselben  Wortes  ihren  Anlass  haben  (s.  oben  S.  362)  mögen  hei-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.