Aristotelische Studien.
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Grund, der in jenem ersten Gliede nöthigt, das Subject des Urtlieils
im Nominativ auszudrücken, gilt auch für das zweite, welches demnach
zu schreiben ist ro d’ ivccvriw rd rtn ivccvrltp dvca. Als einen Eingriff
in den überlieferten Text kann man, selbst abgesehen von dem ein
solches Verfahren oft genug erfordernden Zustande der zweiten
Analytik, diese Änderung kaum ansehen, wenn man in diesen und den
folgenden Zeilen auf den kritischen Apparat bei Waitz sieht oder
überhaupt darauf achtet, wie häufig der Gebrauch des das begriffliche
Wesen bezeichnenden Dativs mit dvca zu ähnlichen Fehlern
Anlass gegeben hat (vgl. meine Obs. crit. ad Met. p. 49 f.). Aber
auch hiermit ist dieses Satzglied noch nicht hergestellt. Wie man
nämlich auch die grammatische Entstehung des Dativs bei dvca in
der specifisch aristotelischen Bedeutung versuchen mag sich zurechtzulegen
*i), dies steht aus dem aristotelischen Gebrauche fest, dass
derlei Dative immer ohne Artikel gesetzt werden: rd äv-Spcoffw
dvai, rd dvca, rd dvca u. ä., nicht rd tö> ävSpünu)
dvca, rd rü dyaSCp dvca. Hieraus darf nicht etwa gefolgert werden,
dass rtö vor dem zweiten evavrto> wegzulassen sei; sondern dieser
Artikel reb konnte in Verbindung mit der dadurch entstehenden unzulässigen
sprachlichen Form des Satzes noch insbesondere darauf aufmerksam
machen, dass man es auch dem Inhalte nach mit einem
gewiss so nicht geschriebenen, weil identischen und leeren Satze
zu thun habe. Es fehlt eben nach ivavrccn die Wiederholung desselben
Wortes 12 ) : rd d' ivavr'ap iori rd rü ivocvuco (ev ccvriu)
Wesensbegriff etwas von dem concreten Dinge Verschiedenes, sondern
dass er Wesensbegriff von etwas anderem sei, ein Gedanke, der diesem
Zusammenhang ganz fremd ist. Übrigens haben drei Handschriften T TA’
aXXo, und das vielfache Vorkommen des Dativs konnte leicht zu einem
Versehen Anlass geben.
n) Zeller, Phil, der Gr. I. 2, S. 146, 1 erklärt, im Wesentlichen im Anschluss
an Schwegler, Aristot. Metaph. IV, S. 371 f., ro äv^porew ssvai
sei soviel als „rö sfvai roöro o iortv avSpüicoi das dem Menschen eigenthümliche
Sein“, und diese Erklärung findet in der Vergleichung der
bekannten Formel rö 8' eivai adrw od ravzo (Trendelenburg, Kategorien-1
ehre S. 39) eine gewisse Unterstützung. Aber unerklärlich bleibt bei
dieser Annahme das constante Fehlen des Artikels beim Dativ, und dieser
Um stand muss Zweifel an der Richtigkeit jener Erklärung wecken.
12) Zu den schon früher erwähnten Fällen von Fehlern, die in der Wiederkehr
desselben Wortes ihren Anlass haben (s. oben S. 362) mögen hei-