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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung  unil  Kritik  auf  dein  Gebiete  des  deutschen  Alterthums  II.  3  1
prses.  findet  sich  nur  noch  ein  paar  Mal  in  der  Übersetzung  des
Isidor,  dher  rehtuuisigo  manno  uualdendeo  strango  Israhelo:  fortis
Israhel  dominator  hominum  justus  7' 1 ,  13  (Holtzmann  S.  37).  dher
aluualdendeo  IS“,  9  (H.  S.  67).  der  heidano  abgotim  Jceltanteo
Christ  Fragm.  (hcot.  cur.  Massmann  30,  18.  S.  18  (=  Holtzmann  4“,
1,  S.  23:  gheldendd).  dher  selbo  druhtin  nerrencleo  Christ  6 b ,  11.
13\,  13.  (=  H.  S.  33.  61:  die  Fragm.  theot.  31,  17:  nergenteo).
Daneben  10%  2.  (II.  S.  47)  das  gewöhnliche  nerreiulo  Christ.
Dem  zweiten  Beispiel,  milteo  trohtin,  steht  im  Althochdeutschen
nur  das  eine:  der  mareo  seo  im  Wessobrunner  Gebet  gegenüber,
das  hierdurch  eine  höchst  erwünschte  Bestätigung  erhält  und  somit
einer  Erklärung  durch  altsächsischen  Ursprung  nicht  mehr  bedarf.
Aus  der  Conjugation  ist  bloss  eine  bemerkenswerthe  Form  hervorzuheben, ­
  die  Endung  der  1.  prses.  ind.  des  schwachen  Verbums
auf  -iu  in  A:  kyhukkiu  8.  Bei  der  Wiederholung  desselben  Wortes
unmittelbar  darauf  steht  auch  in  A,  wie  heidemal  in  B,  das  gewöhnliche ­
  :  kihukku.
Ich  gehe  nun  zur  Betrachtung  des  Wortvorraths  über  und
werde  dabei  Gelegenheit  finden,  einige  weitere,  im  Vorstehenden
übergegangene,  Lauterseheinungen  zu  beleuchten  und  durch  Belege
den  Nachweis  des  hohen  Alters  unseres  Denkmals  im  einzelnen  zu
führen.  Zur  Erklärung  der  häufiger  gebrauchten  Abkürzungen  sei
hier  bemerkt,  dass  gl.  K.,  Pa.  und  Ra.  die  s.  g.  Glossen  des  Kero  nach
der  St.  Galler,  Pariser  und  Reichenauer  Hs.,  alle  drei  aus  dem
8.  Jahrhundert,  bedeuten.
3.  missatttteö]  den  Gen.  pl.  des  einfachen  tut  gewähren  Kero
tat  io,  gl.  Ker.  Pa.  Ra.  tated,  gl.  Ker.  tacleö,  ausserdem  noch  die
letztem  meintateo.  In  zwei  Glossensammlungen  aus  St.  Florian  und
Salzburg,  angeblich  des  10.  Jahrhunderts  (Gc.  8.  9.  Graff  3,  333)
kommt  zwar  nottdted  vor,  doch  beruhen  dieselben,  wie  schon  die
Dat.  pl.  kapurtim,  missatatim  und  Anderes  zeigen,  jedesfalls  auf
weit  ältern  Vorlagen.
4.  deili  A,  des  ih  B]  beides  ist  richtig;  (leih  ist  die  schon  bei
Otfried  (vgl.  Gralf  3,  41)  übliche  Contraction  von  dm  ih,  in  B  liegt
eine  Attraction  vor,  indem  das  Relativum  in  den  Casus  des  weggefallenen
  Demonstrativums  gezogen  ist,  vgl.  J.  Grimm,  Über  einige
Fälle  der  Attraction  S.  3,  wo  zwei  Beispiele  von  alles  des  aus
Nolker,  und  S.  6  ff.,  wo  zahlreiche  Belege  aus  mhd.  Dichtern,  z.  B.
            
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