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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung’  und  Kritik  auf  dein  Gebiete  des  deutschen  Alterthums  II.

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Geminiertes  cch  erscheint  nur  einmal  in  A:  kadanccho  (vgl.
gotli.  paggkjati),  in  B  dafür  ch,  hier  sowohl  als  57  (gadanchä)
  und  mit  A  in  tranche  17.  —  Statt  der  Gemination  kk
(=  gotli.  g)  in  kihukku  7.  8  A  bietet  B  die  ungewöhnliche  Form  gk.
Inlautendes  hh  zeigt  sich  nur  in  B:  uuahhento  11,  A  gebraucht,  hier
sowohl  wie  bei  dem  in  B  fehlenden  rilie  31,  nur  einiaches  h  nach
älterer  Weise.  —  Die  schon  in  den  ältesten  Denkmälern,  namentlich
bei  Kero,  häufige  unstatthafte  Geminfition  des  f  nach  langem  Vocal
stellt  zweimal  gleichmässig  in  A  und  B:  släffanto  11,  sldffe  19,  an
letzterer  Stelle  ist  das  zweite  f  in  A  sogar  nachträglich  erst  übergeschrieben. ­

Die  Linguales  sind  in  beiden  Handschriften  durchaus  gleichförmig, ­
  den  streng-althochdeutschen  Lautgesetzen  gemäss  behandelt,
also  t  =  gotli.  d  und  d  =  gotli.  p;  die  Aspirata  tli  kommt  so  wenig
vor  als  dli.  Eine  tadelnswerthe  Gemination  des  t  nach  Consonant
steht  in  A:  uueroltti  23,  wohl  nur  ein  Schreibfehler,  obgleich  ähnliche ­
  Verdoppelungen  auch  anderwärts,  freilich  meist  nur  in  jüngeren
Denkmälern,  Vorkommen,  z.  B.  im  St.  Galler  Glauben  II.  (MS.  Denkm.
Nr.  LXXXIX):  allernveltten  19,  trehttines  46,  doch  auch  Kero:
rehtteru  113.
Wie  bei  den  Lauten,  so  tritt  das  höhere  Alter  der  Handschritt
A  auch  bei  den  Flexionen,  hier  noch  deutlicher,  ins  Licht.  Auf  Grund
sorgfältiger  Beobachtung  des  herrschenden  Gebrauches  hat  Franz
Dietrich  in  seiner  trefflichen  Abhandlung:  „Historia  declinationis
theotiscae  primariae“  (Marburg  1859.  4°)  S.  4—5  abweichend  von
J.  Grimm  dargethan,  dass  im  8.  Jahrhundert  die  regelrechte  Flexion
des  Dat.  sg.  der  Masc.  und  Neutr.  der  ersten  und  zweiten  st.  Declination
  nicht  a,  sondern  e  ist,  und  dass,  was  von  dieser  allgemeinen
Regel  abweicht,  entweder  älter  oder  jünger  ist.  In  der  ältesten  Zeit
gehört  der  Dativ  auf  a  zu  den  höchst  seltenen  Ausnahmen:  in  der
Übersetzung  des  Isidor  und  den  Hymnen  findet  er  sich  nur  je  einmal,
in  Kero’s  Glossar  und  Benedictiner  Regel  nur  je  zweimal,  während
der  auf  e  auslautende  Dativ  überall  sehr  zahlreich  vorkommt.  Erst
von  der  Mitte  des  9.  Jahrhunderts  an  wächst  dann  der  Gebrauch  des
«,  zunächst  in  den  Adj.  pl.  masc.,  greift  dann,  unter  Lockerung  aller
Ordnung  der  alten  Vocale,  immer  weiter  um  sich  und  wird  im
10.  Jahrhundert  in  Baiern  und  Österreich  zum  herrschenden  Gesetz,
ln  der  aus  dieser  Zeit  stammenden  Handschrift  B  das  a  überall  durch-
            
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