Die Kosenamen der Germanen.
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sein eigenes anerkannte und am Leben lassen wollte, aufheben liess
vom Boden, auf dem nach alter Sitte die Mutter es geboren hatte,
es sodann mit Wasser begoss und ihm einen Namen gab. Zuweilen
verzichtete er zu Ehren eines angesehenen nahen Verwandten auf
sein hausväterliches Amt. So überliess König Erich Blutaxt von Norwegen
die Taufe seines Söhnleins seinem Vater Harald Schönhaar,
der ihm den eigenen Namen gab. Zuweilen wurde die Namengebung
der Mutter überlassen. So that der Niälssage c. 14 zufolge Glum,
und seine Frau Hallgerd nannte ihr Töchterlein nach der Grossmutter
Thorgerd.
Dieselbe Sitte bestand bei anderen germanischen Stämmen, und
wir wissen durch Beispiele aus der historischen Zeit, dass bei mehreren
der Name des Kindes den Namen der Eltern nachgebildet und
dem Kinde so ein Stempel der Verwandtschaft aufgedrückt wurde.
Oft wurde der volle Name des Vaters oder der Mutter auf das
Kind übertragen.
So wurden nach den Eyrbyggja saga c. 12 und 63 Vesteinn
und Arni, nach den Trad. Corb. c. 23 Bernhard, c. 43 Folchard,
c. 129 Haddi, c. 132 Thiadricus, c. 194 Gerold, 'c. 222 Volcmar
wie ihre Väter, Geringus aber, Sohn der Ger Inga und des Waldegaud,
ssec. 8. Polypt. Irm. 91, 106 wie seine Mutter benannt.
Oft wurde bei der Bildung des Kindernamens der Name des
Vaters und der der Mutter zugleich berücksichtigt. Aus je einem
dieser zweigliedrigen Namen wurde ein Wort genommen, und die
Composition beider ergab den Namen für das Kind.
So heissen z. B. im Polyptichon Irminonis, das dem achten
Jahrhundert entstammt,
die Eheleute Teudulfus und Ercamberta, die Tochter Teutberta
148, 92;
die Eheleute Adregaudus und Ansegundis, die Tochter Adregundis
78, 14;
die Eheleute Frodoardus und Erbedildis, der Sohn Erboardus
77, 9;
die Eheleute Altanus und Bertoina, der SohnÄltbertus 137,47;
die Eheleute Aclehardus und Teudildis, ein Sohn 2'eutliardus
eine Tochter Aclehildis 7, 8.
In der Niardvikingasaga (Laxd. s. p. 364 Hafniae, 1826) heissen
die Eheleute Ke tili und Porgerdr, der Sohn Porkell (d. i. Porketill).
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